Kurz gesagt: In Costa Rica wachsen dank Tropenklima und vielen Höhenstufen Dutzende Fruchtsorten. Typisch sind Papaya, Ananas, Mango, Guanábana, Rambutan und Pitahaya. Die meisten trinkt man als «fresco» oder «batido». Am besten kaufen Sie Früchte auf den wöchentlichen Bauernmärkten.
Wer gerne Früchte isst, kommt in Costa Rica voll auf seine Kosten. Dank der Lage in den Tropen und der vielen Höhenstufen wächst hier fast alles: vom Kakao im heissen Tiefland bis zum Apfel in den kühlen Bergen. Auf Wochenmärkten türmen sich Früchte, die Sie in der Schweiz kaum kennen, und zum Frühstück gehört ein Teller mit Papaya, Ananas und Wassermelone selbstverständlich dazu. Auf dieser Seite stellen wir 23 Früchte vor, die Ihnen auf einer Reise durch Costa Rica begegnen – mit Tipps, wie sie schmecken, wo sie wachsen und wie man sie isst.
Alle Früchte im Porträt























Einheimisch oder eingeführt?
Viele Früchte, die wir mit den Tropen verbinden, stammen gar nicht aus Amerika. Mango, Banane, Rambutan, Tamarinde und die Zitrusfrüchte kamen aus Asien und Afrika und wurden erst nach der Ankunft der Spanier angebaut. Echte Einheimische Mittelamerikas sind dagegen Avocado, Papaya, Guanábana, Zapote, Jocote, Guave, die Palmfrucht Pejibaye und die Pitahaya – eine Art trägt sogar den Namen Costa Ricas. Auch der Kakao stammt aus dem tropischen Amerika.
Frescos und Batidos: Früchte zum Trinken
Die meisten Früchte begegnen Ihnen in Costa Rica im Glas. Ein «fresco natural» ist frisch gemixte Frucht mit Wasser, Zucker und Eis, ein «batido» dasselbe mit Milch. In jeder Soda, dem einfachen Landesrestaurant, steht eine lange Liste auf der Tafel. Besonders typisch sind Frescos aus Guanábana, Maracuja, Tamarinde, Cas (siehe Guave) und Pitahaya. Wer weniger Zucker möchte, bestellt «con poco azúcar» oder «sin azúcar». Das Wasser für Frescos ist in Costa Rica fast überall trinkbar; in abgelegenen Gegenden fragen Sie einfach nach.
Saisonkalender in Kürze
- Trockenzeit (Dezember bis April): Mangos, Wassermelonen, Melonen, Jocotes und Tamarinden – die Pazifikseite und Guanacaste sind dann die Fruchtkammer des Landes.
- Regenzeit (Mai bis November): Rambutan etwa von Juli bis Oktober, Pitahayas und viele Pejibayes.
- Das ganze Jahr: Papaya, Ananas, Bananen, Kochbananen, Limetten, Orangen und Guanábana.
Wo Sie Früchte kaufen
Die schönste Adresse sind die «ferias del agricultor», die Bauernmärkte, die in fast jeder Stadt einmal pro Woche stattfinden, meist am Freitag oder Samstag. Dort verkaufen die Produzenten selbst, die Preise sind günstig, und Sie dürfen oft probieren. Lebhaft und farbig ist auch der Zentralmarkt in San José. Unterwegs halten Sie an Fruchtständen am Strassenrand: Im Spätsommer gibt es dort Rambutan in Bündeln, in der Trockenzeit Mangos und Melonen, und das ganze Jahr Orangen, die vor Ihren Augen geschält werden. In Supermärkten finden Sie importierte Früchte wie Äpfel und Kiwis – meist teurer als die einheimischen.
Plantagen und Fruchttouren
Viele Früchte sehen Sie auf einer Rundreise direkt am Feld. Costa Rica ist der grösste Exporteur frischer Ananas der Welt und gehört zu den grossen Bananenexporteuren; die Plantagen liegen im nördlichen und karibischen Tiefland. Auf unserer Gruppenreise Höhepunkte Costa Ricas besuchen Sie eine Ananas-Plantage in Sarapiquí. In botanischen Gärten wie dem Garten des CATIE in Turrialba oder auf geführten Fruchttouren am Golfo Dulce probieren Sie exotische Früchte direkt vom Baum – mehr dazu unter Botanische Gärten.
Noch mehr zu entdecken
Die Liste liesse sich fast endlos fortsetzen. Auf Märkten begegnen Ihnen ausserdem der Nance, eine kleine gelbe Frucht aus Guanacaste mit kräftigem, käsigem Duft, die in Sirup eingelegt oder als Fresco getrunken wird; der Marañón, der leuchtend rote oder gelbe «Apfel» des Cashewbaums, an dessen Ende die bekannte Cashewnuss hängt; die Sternfrucht oder Carambola, die in Scheiben geschnitten kleine Sterne ergibt; die Granadilla mit ihrem süssen, geleeartigen Inneren, eine Verwandte der Maracuja; und im feuchten Süden die Mangostane mit schneeweissem, aromatischem Fruchtfleisch. Fragen Sie am Stand einfach nach dem Namen und lassen Sie sich eine Frucht zum Probieren aufschneiden – die Händler sind meist stolz, ihre Früchte zu erklären.
Tipps für Geniesser
- Waschen und schälen: Früchte, die Sie mit Schale essen, vorher mit Trinkwasser waschen. Geschälte Früchte sind unbedenklich.
- Reife prüfen: Viele tropische Früchte bleiben reif grün – etwa Orangen und manche Avocados. Fragen Sie am Stand: «¿Está madura?» oder «¿Para hoy?».
- Vorsicht bei einzelnen Teilen: Die Samen der Guanábana sind giftig, rohe Pejibayes ungeniessbar, und Mangoschale kann empfindliche Haut reizen.
- Nicht mitnehmen: Frische Früchte und Pflanzen dürfen nicht in die Schweiz eingeführt werden. Getrocknete Früchte, Konfitüren oder Kaffee sind die besseren Mitbringsel.
Mehr über die Pflanzen des Landes – von Orchideen bis zu Baumriesen – erfahren Sie auf der Seite Pflanzenwelt Costa Ricas.

