Kurz gesagt: Der Plátano ist die Kochbanane: grösser, stärkehaltiger und weniger süss als die Obstbanane. In Costa Rica wird er nie roh gegessen, sondern frittiert, gebraten oder gekocht – als knusprige Patacones oder süsse Maduros. Bananen und Kochbananen gedeihen vor allem im feuchten Tiefland.
Auf einem Teller in Costa Rica fehlt er selten: der Plátano, die Kochbanane. Zum Mittagessen liegt er als süss gebratene Scheibe neben Reis, Bohnen und Fleisch, am Strand gibt es knusprige Patacones zum Bier, und auf jedem Markt hängen grosse grüne und gelbe Stauden. Mit der süssen Obstbanane, die Sie von zu Hause kennen, ist er eng verwandt – in der Küche aber ein ganz anderes Gewächs.
Banano oder Plátano?
In Costa Rica unterscheidet man streng: Der «banano» ist die süsse Obstbanane, die man roh isst. Der «plátano» ist die Kochbanane – grösser, kantiger, mit festerem, stärkehaltigem Fruchtfleisch. Er wird nie roh gegessen, sondern immer gekocht, gebraten oder frittiert. Grün schmeckt er ähnlich wie eine Kartoffel, reif mit fast schwarzer Schale wird er süss und weich. Daneben gibt es kleine Sorten wie die «guineo» oder rote Bananen, die man auf Märkten oft nebeneinander sieht.
Eine Staude, kein Baum
Die Bananenpflanze stammt ursprünglich aus Südostasien. Obwohl sie mehrere Meter hoch wird, ist sie kein Baum, sondern eine riesige Staude: Der «Stamm» besteht aus eng aufgerollten Blattscheiden. Aus seiner Mitte wächst ein hängender Blütenstand mit einer grossen, violetten Knospe, an dem sich Reihe um Reihe die Früchte bilden. Nach der Ernte stirbt der Spross ab, und aus dem Wurzelstock treibt ein neuer nach. Verwandt sind die Bananen mit den Helikonien und dem Ingwer.
Bananen-Land Costa Rica
Bananen prägen Costa Rica seit über hundert Jahren. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden an der Karibikküste die ersten grossen Plantagen entlang der Eisenbahn nach Limón. Bis heute gehört Costa Rica zu den grössten Bananenexporteuren der Welt. Kochbananen werden dagegen vor allem für den eigenen Markt angebaut, oft von kleinen Bauernfamilien, und wachsen im ganzen feuchten Tiefland, besonders an der Karibikseite und im Süden.
Patacones, Maduros und mehr
Für Patacones schneidet man grüne Kochbananen in dicke Scheiben, frittiert sie kurz, drückt sie flach und frittiert sie ein zweites Mal, bis sie knusprig sind. Dazu gibt es Bohnenmus, Guacamole oder Pico de Gallo. Maduros sind Scheiben aus sehr reifen Kochbananen, langsam in der Pfanne gebraten, bis sie süss und karamellisiert sind – sie gehören zum Casado, dem typischen Mittagsteller. Kochbananen kommen ausserdem in Suppen, in den Eintopf «olla de carne» und an der Karibik gekocht in Kokosmilch auf den Tisch. Mehr zur Küche des Landes finden Sie unter Land & Leute.
Wo Sie Bananen und Kochbananen sehen
Überall im Tiefland, besonders auf der Fahrt an die Karibikküste nach Tortuguero und Cahuita, wo die Strasse durch grosse Bananenplantagen führt. Dort sehen Sie auch die blauen Plastiksäcke, die die Fruchtstände vor Insekten schützen. Auf einer Plantagenführung lernen Sie neben Bananen oft auch Ananas und Kakao kennen.

