Kurz gesagt: Die Noni (Morinda citrifolia) stammt aus Südostasien und dem Pazifikraum und wächst in Costa Rica vor allem an den Küsten und in Gärten. Reife Früchte riechen stark nach Käse und schmecken bitter. Noni-Saft wird als Gesundheitsmittel verkauft, eine besondere Heilwirkung ist aber nicht belegt.
Wer in einem Garten an der Küste Costa Ricas eine hellgrüne Frucht mit vielen kleinen, braunen «Augen» sieht, steht vermutlich vor einem Noni-Strauch. Und wer an einer reifen Noni riecht, vergisst sie nicht so schnell: Der Duft erinnert an sehr reifen Käse. Trotzdem – oder gerade deshalb – hat die Noni eine erstaunliche Karriere als Gesundheitsprodukt gemacht.
Herkunft und Aussehen
Die Noni (Morinda citrifolia), auch Indische Maulbeere genannt, stammt aus Südostasien und verbreitete sich mit den Seefahrern Polynesiens über die Inseln des Pazifiks. Auf Hawaii und Tahiti ist sie bis heute ein Teil der traditionellen Heilkunde. In Costa Rica wurde sie eingeführt und wächst vor allem im heissen Tiefland, an der Karibik- und Pazifikküste, in Gärten und auf kleinen Farmen. Die Pflanze ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum mit grossen, glänzenden, dunkelgrünen Blättern. Botanisch gehört sie zu den Rötegewächsen und ist damit mit dem Kaffee verwandt.
Eine Frucht aus vielen Blüten
Aus einem kugeligen Köpfchen mit vielen kleinen, weissen Blüten entsteht eine einzige Sammelfrucht, ähnlich wie bei der Ananas. Jede Blüte hinterlässt ein kleines, rundes «Auge» auf der Schale. Die Früchte werden fünf bis zehn Zentimeter lang. Unreif sind sie grün und fest, reif werden sie gelblich-weiss, weich und fast durchscheinend. Spätestens dann verströmen sie den typischen, strengen Käsegeruch. Die Pflanze ist sehr robust: Sie verträgt salzige Luft, Trockenheit und karge Böden und trägt das ganze Jahr Früchte.
Geschmack und Verwendung
Pur ist die Noni bitter und für die meisten Menschen kaum geniessbar. Deshalb wird sie fast immer als Saft verarbeitet und mit anderen Fruchtsäften gemischt. In der traditionellen Heilkunde Polynesiens wurden Früchte, Blätter und Wurzeln für Umschläge und Tees verwendet; aus den Wurzeln gewann man ausserdem einen gelben Farbstoff.
Gesundheitsversprechen kritisch betrachten
Seit den 1990er-Jahren wird Noni-Saft weltweit als Wundermittel vermarktet – gegen Müdigkeit, hohen Blutdruck, Entzündungen und sogar Krebs. Für solche Wirkungen gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Die Frucht enthält Vitamin C und Kalium, ist aber kein Heilmittel. Es gibt zudem Berichte über Leberschäden im Zusammenhang mit Noni-Saft. Menschen mit Leber- oder Nierenproblemen und Schwangere sollten darauf verzichten. In Costa Rica werden Noni-Säfte und -Kapseln auf Märkten und in Naturkostläden angeboten – probieren Sie gerne einen Schluck, aber erwarten Sie keine Wunder.
Wo Sie Noni sehen
Am ehesten in Gärten und auf kleinen Farmen an der Karibikküste rund um Cahuita, Puerto Viejo und Punta Uva sowie an der Pazifikküste. Auf geführten Garten- und Farmtouren wird sie oft als Kuriosität gezeigt. Wer lieber eine Frucht mit unbestrittenem Genuss probiert, hält sich an die Guanábana oder die Papaya.

