Kurz gesagt: Die Tamarinde (Tamarindus indica) stammt aus Afrika und wächst in Costa Rica vor allem im trockenen Guanacaste. Ihre braunen Schoten enthalten ein klebriges, süss-saures Fruchtmus, aus dem der beliebte «fresco de tamarindo» gemacht wird. Der Badeort Tamarindo ist nach dem Baum benannt.
Wer in Guanacaste Ferien macht, begegnet der Tamarinde gleich doppelt: als Baum mit fein gefiederten Blättern und langen braunen Schoten – und als Ortsname. Der bekannte Badeort Tamarindo trägt den spanischen Namen des Baumes, der in der trockenen Region häufig wächst. Auf der Getränkekarte jeder Soda steht ausserdem der «fresco de tamarindo», ein brauner, erfrischend süss-saurer Saft.
Ein Baum aus Afrika
Die Tamarinde (Tamarindus indica) stammt ursprünglich aus dem tropischen Afrika. Über Indien – daher der wissenschaftliche Name, der «indische Dattel» bedeutet – kam sie in alle Tropen und wurde von den Spaniern nach Amerika gebracht. Sie gehört zu den Hülsenfrüchtlern, wie der Guanacaste-Baum. Der Baum wird bis zu 20 Meter hoch, wächst langsam und wird sehr alt. Mit seiner dichten Krone ist er ein beliebter Schattenspender auf Dorfplätzen und Weiden. Er verträgt lange Trockenzeiten und gedeiht deshalb besonders gut im Trockenwald Guanacastes und auf der Halbinsel Nicoya.
Schoten mit süss-saurem Mus
Die Früchte sind gebogene, braune Schoten von fünf bis 15 Zentimetern Länge. Unter der dünnen, brüchigen Schale liegt ein klebriges, braunes Fruchtmus, durchzogen von Fasern und mit mehreren harten Kernen. Es schmeckt gleichzeitig süss und sauer, ein wenig wie Dörraprikosen mit Zitrone. Kinder lutschen das Mus direkt von den Kernen; auf Märkten wird es auch zu Bällchen gepresst, in Zucker gewälzt und als Süssigkeit verkauft.
Fresco de tamarindo
Am häufigsten begegnet Ihnen die Tamarinde als Getränk. Dafür wird das Mus in Wasser eingeweicht, durch ein Sieb gestrichen und mit Zucker und Eis gemischt. Der «fresco de tamarindo» ist braun, leicht trüb und sehr erfrischend – an einem heissen Tag in Guanacaste genau das Richtige. Tamarinde steckt ausserdem in Saucen, Marinaden und Glace. Auch in Europa kennen Sie sie, ohne es zu wissen: Sie ist eine Zutat der Worcestershire-Sauce.
Saison
Die Schoten reifen in der Trockenzeit und werden etwa von Januar bis April geerntet. Getrocknetes Mus ist aber das ganze Jahr auf Märkten erhältlich, oft in Blöcken in Plastik verpackt. Es hält lange und eignet sich gut, um zu Hause einen eigenen Saft zu machen. Für die Rückreise gilt: Frische Früchte und Pflanzen dürfen nicht in die Schweiz eingeführt werden – erkundigen Sie sich bei verarbeiteten Produkten vor der Reise nach den aktuellen Bestimmungen.
Wo Sie Tamarinden sehen
Vor allem in Guanacaste: in Dörfern, auf Weiden und entlang der Strassen zu den Stränden rund um Sámara und Tamarindo. Aus der gleichen trockenen Region stammen viele Mangos, und in der Trockenzeit tragen auch die Jocote-Bäume Früchte.


