Kurz gesagt: Die Ananas (Ananas comosus), in Costa Rica «piña», ist eine Bromelie aus Südamerika. Costa Rica ist heute der grösste Exporteur frischer Ananas der Welt. Die Plantagen liegen vor allem im nördlichen Tiefland und im Süden. Auf einer Plantagenführung erfahren Sie, wie die Frucht wächst.
Die Ananas im Supermarkt in der Schweiz hat gute Chancen, aus Costa Rica zu stammen: Das kleine Land ist heute der grösste Exporteur frischer Ananas der Welt. Wer durch das nördliche Tiefland fährt, sieht kilometerweit die gleichmässigen Reihen der stacheligen Pflanzen. Und wer die «piña» einmal frisch geerntet gegessen hat, weiss, wie süss sie sein kann.
Eine Bromelie, die auf dem Boden wächst
Die Ananas (Ananas comosus) stammt aus Südamerika und gehört zu den Bromelien – denselben Pflanzen, die im Regenwald auf Bäumen wachsen. Anders als viele ihrer Verwandten wächst sie aber am Boden. Sie bildet eine Rosette aus harten, rinnenförmigen Blättern mit gezähnten Rändern. Nach etwa einem Jahr wächst aus der Mitte ein Blütenstand mit Dutzenden kleinen, violetten Blüten. Aus allen zusammen entsteht eine einzige Frucht – deshalb besteht die Schale aus vielen sechseckigen Feldern. Oben trägt sie einen Blattschopf, aus dem man eine neue Pflanze ziehen kann.
Weltmeister im Ananas-Export
Seit den 1990er-Jahren wurde der Ananas-Anbau in Costa Rica stark ausgeweitet. Grund war vor allem eine neue, besonders süsse Sorte mit goldgelbem Fruchtfleisch und wenig Säure, die sich gut transportieren lässt. Heute liegen die grossen Plantagen vor allem im nördlichen Tiefland um San Carlos, Upala und Los Chiles, in der Region Sarapiquí und rund um Buenos Aires im Süden. Die Früchte werden von Hand geerntet, gewaschen und in Containern per Schiff nach Europa und Nordamerika gebracht.
Licht und Schatten
Der Ananas-Boom bringt vielen Familien Arbeit. Gleichzeitig wird er kritisiert: Grosse Monokulturen verbrauchen viel Land, und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln belastet Böden und Gewässer. Immer mehr Betriebe arbeiten deshalb nach Umwelt- und Sozialstandards oder bauen biologisch an. Achten Sie zu Hause auf entsprechende Labels.
Ananas frisch geniessen
In Costa Rica gehört frische Ananas zu jedem Frühstücksbuffet. Als «fresco de piña» wird sie mit Wasser und Eis gemixt, oft zusammen mit Minze oder Ingwer. In Guanacaste und an der Karibik gibt es «arroz con piña» und Ananas zu gegrilltem Fleisch. Eine reife Ananas duftet am Stielansatz süss; die Farbe der Schale sagt bei den heutigen Sorten wenig über die Reife aus.
Eine Plantage besuchen
In der Region Sarapiquí können Sie eine Ananas-Plantage besichtigen und erfahren, wie die Pflanzen gesetzt, gepflegt und geerntet werden – zum Schluss gibt es frisch geschnittene Ananas zum Probieren. Ein solcher Besuch gehört zu unserer Gruppenreise Höhepunkte Costa Ricas. Weitere Nutzpflanzen, die Sie in Costa Rica direkt am Strauch erleben, sind Kaffee, Kakao und die Kochbanane.

