Kurz gesagt: Der Nationalpark Santa Rosa liegt rund 36 Kilometer nördlich von Liberia an der Panamericana und gehört zu den ältesten Parks des Landes. Er schützt einen der grössten Reste tropischen Trockenwalds in Mittelamerika, die historische Hacienda Santa Rosa und Strände, an denen Meeresschildkröten ihre Eier legen. Zusammen mit dem Nationalpark Guanacaste und dem Rincón de la Vieja gehört er zum UNESCO-Welterbe Área de Conservación Guanacaste.
Im äussersten Nordwesten Costa Ricas, nahe der Grenze zu Nicaragua, sieht das Land plötzlich ganz anders aus: Statt dampfendem Regenwald prägen weite Savannen, knorrige Bäume und eine fünfmonatige Trockenzeit die Landschaft. Hier liegt der Nationalpark Santa Rosa, einer der ältesten Parks des Landes. Er schützt einen der grössten Reste des tropischen Trockenwalds, der einst die ganze Pazifikküste Mittelamerikas bedeckte.
Trockenwald – der unterschätzte Lebensraum
Tropischer Trockenwald ist weltweit stärker bedroht als Regenwald, weil er sich gut für Viehweiden eignet. In Santa Rosa und im benachbarten Nationalpark Guanacaste wird er seit Jahrzehnten nicht nur geschützt, sondern gezielt wieder aufgeforstet – eines der bekanntesten Naturschutzprojekte der Welt. Von Dezember bis April verlieren viele Bäume ihre Blätter, der Wald wird licht und Tiere sind leichter zu entdecken: Kapuziner- und Brüllaffen, Nasenbären, Weisswedelhirsche, Agutis und viele Vögel. Wenn Ende April die ersten Regen fallen, wird alles innerhalb weniger Tage grün.
Die Hacienda Santa Rosa und die Schlacht von 1856
Santa Rosa ist auch ein Ort der Geschichte. Am 20. März 1856 schlug hier eine Armee aus Freiwilligen die Truppen des amerikanischen Abenteurers William Walker zurück, der ganz Mittelamerika unterwerfen wollte. Das Gefecht dauerte nur wenige Minuten und gehört zu den wichtigsten Ereignissen der Landesgeschichte. Die Hacienda La Casona, ein typisches Herrenhaus von Guanacaste, wurde nach einem Brand im Jahr 2001 wieder aufgebaut und beherbergt ein kleines Museum.
Strände und Schildkröten
Zum Park gehören einsame Strände am Pazifik. An der Playa Nancite kommen in der Regenzeit Tausende Bastardschildkröten gleichzeitig an Land, um ihre Eier abzulegen. Der Strand ist ein Forschungsgebiet und nur mit Bewilligung zugänglich. Vor der Playa Naranjo ragt der Felsen Roca Bruja aus dem Meer – der «Witch’s Rock» ist unter Surfer*innen weltberühmt.
Nationalpark Guanacaste und die Área de Conservación
Östlich der Panamericana schliesst der Nationalpark Guanacaste an. Er verbindet den Trockenwald an der Küste mit den Regen- und Nebelwäldern an den Vulkanen Orosí und Cacao – Tiere können so zwischen Tiefland und Bergen wandern. Zusammen mit Santa Rosa, dem Rincón de la Vieja und einem grossen Meeresgebiet bildet er die Área de Conservación Guanacaste, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Tipps für Ihren Besuch
- Der Haupteingang liegt an der Panamericana, rund eine Stunde vom Flughafen Liberia.
- Viel Wasser, Sonnenschutz und Hut mitnehmen – im März und April wird es oft über 35 Grad heiss.
- Für die Strände braucht es ein Allradfahrzeug; in der Regenzeit ist die Piste oft gesperrt.
- Gut kombinierbar mit dem Rincón de la Vieja und Badeferien in Guanacaste.
- Alle Parks im Überblick: Nationalparks in Costa Rica.










