Kurz gesagt: Der Nationalpark Braulio Carrillo liegt direkt nördlich von San José an der Strasse nach Limón. Er schützt rund 50 000 Hektar steilen Regen- und Nebelwald vom Tiefland bis auf 2906 Meter am Vulkan Barva. Besucht werden der Sektor Quebrada González mit kurzen Regenwaldwegen und der Sektor Vulkan Barva mit Kraterlagune. Auf dem Weg nach Tortuguero fahren Sie mitten hindurch.
Wer von San José in Richtung Karibik fährt, taucht schon nach einer halben Stunde in eine andere Welt ein: Die Strasse windet sich durch tiefe Schluchten, links und rechts steigen Hänge voller Baumfarne, Bromelien und Riesenbäume in den Nebel. Das ist der Nationalpark Braulio Carrillo, einer der grössten Nationalparks des Landes und ein wichtiger Wasserspeicher für das Zentraltal. Weil er so nahe an der Hauptstadt liegt, unterschätzen ihn viele – dabei ist er eines der wildesten Waldgebiete Costa Ricas.
Regenwald vor den Toren der Hauptstadt
Der Park wurde 1978 gegründet, als die neue Strasse nach Limón gebaut wurde. Die Regierung wollte verhindern, dass entlang der Strasse gerodet wird – mit Erfolg: Bis heute führt die Route 32 durch fast ungerodeten Wald. Der Park reicht vom karibischen Tiefland bis auf 2906 Meter am Vulkan Barva. Dazwischen liegen Regenwald, Bergregenwald und Nebelwald. Auf der karibischen Seite fallen bis zu 5700 Millimeter Regen im Jahr, entsprechend grün und üppig ist alles.
Sektor Quebrada González
Der meistbesuchte Teil des Parks liegt direkt an der Strasse nach Limón. Hier beginnen mehrere kurze Wanderwege durch tropischen Regenwald, etwa zu einem Aussichtspunkt über die Schlucht des Río Sucio, dessen Wasser durch vulkanische Mineralien gelblich gefärbt ist. Mit etwas Glück sehen Sie Tukane, Tangaren und Trogone. Ideal für einen Halt von zwei bis drei Stunden auf dem Weg nach Tortuguero oder in die Südkaribik.
Sektor Vulkan Barva
Ganz anders ist der Sektor am Vulkan Barva, den Sie über Heredia erreichen. Hier oben ist es kühl und oft neblig. Ein Weg führt durch moosbehangenen Nebelwald zur Kraterlagune Barva. In diesen Höhen lebt auch der Quetzal. Die Anfahrt ist auf den letzten Kilometern holprig – ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit ist von Vorteil.
Tiere und Pflanzen
Der Braulio Carrillo ist ideal für Vogelbeobachter*innen: Hunderte Arten sind hier nachgewiesen. Dazu leben im Park Brüllaffen und Kapuzineraffen, Faultiere, Nasenbären, Pfeilgiftfrösche und – selten zu sehen – Tapire, Pumas und Jaguare. Die Pflanzenwelt ist ebenso vielfältig: Riesige Eichen, Baumfarne, Orchideen und Bromelien wachsen dicht an dicht.
Gondelfahrt durch das Blätterdach
Am Rand des Parks gibt es eine Seilbahn mit offenen Gondeln, die langsam durch die Baumkronen gleitet. So sehen Sie den Regenwald aus einer Perspektive, die beim Wandern verborgen bleibt – ideal auch für Familien und Gäste, die nicht weit gehen möchten. Die Gondelfahrt ist Teil unserer Reise Costa Rica Natürlich.
Tipps für Ihren Besuch
- Regenjacke und rutschfeste Schuhe mitnehmen – es regnet oft auch in der Trockenzeit.
- Am Morgen ist die Chance auf Vögel am grössten.
- Die Route 32 wird bei starkem Regen manchmal wegen Erdrutschen gesperrt. Planen Sie genug Zeit ein.
- Mehr Nationalparks finden Sie in unserer Übersicht der Nationalparks.








