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Greifschwanz-Lanzenotter, zusammengerollt auf einem bemoosten Ast im Regenwald
Tierwelt

Giftige Tiere in Costa Rica

Schlangen, Skorpione, Pfeilgiftfrösche und Co.: welche Tiere giftig sind, wo sie leben – und warum Sie trotzdem keine Angst haben müssen.

Kurz gesagt: In Costa Rica leben rund 140 Schlangenarten, gut 20 davon sind giftig. Dazu kommen Skorpione, Pfeilgiftfrösche und einige wehrhafte Insekten. Für Reisende sind Unfälle aber äusserst selten: Die meisten Tiere sind scheu, und wer feste Schuhe trägt, auf den Wegen bleibt und nachts eine Lampe benutzt, ist gut geschützt. Costa Rica stellt seine Gegengifte selbst her, und die Spitäler sind darauf eingestellt.

Wie fast überall auf der Welt leben auch in Costa Rica zahlreiche giftige Tiere. Man denkt zuerst an Schlangen, Skorpione und Spinnen – doch gerade unter den Insekten gibt es teils erheblich giftige Vertreter. Weder Schlangen noch Skorpione oder Vogelspinnen treten aber in Massen auf. Es braucht schon Glück – oder einen erfahrenen Guide –, um sie überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Tiere giftig sind, wo sie leben, wie gefährlich sie wirklich sind und was im Ernstfall zu tun ist.

Im Porträt

20 giftige Tiere Costa Ricas im Porträt

Alle Tiere der Tierwelt

Giftschlangen

Gut getarnt im Laub, auf Ästen und an Wegrändern – auf Wegen bleiben und Taschenlampe nutzen.

6 Arten

Insekten, Spinnen und Skorpione

Klein, aber schmerzhaft – meist harmlos, solange man nicht hineingreift oder barfuss läuft.

8 Arten

Frösche und Kröten

Ihr Gift sitzt in der Haut – anschauen ja, anfassen nein.

3 Arten

Im Meer

Am Strand und beim Schnorcheln: schlurfend ins Wasser gehen und nichts berühren.

3 Arten

Wie gefährlich sind sie wirklich?

TierWoGefahr für ReisendeBegegnung
LanzenotterTiefland, Plantagen, FlussuferHoch – Biss ist ein NotfallSelten
BuschmeisterPrimärwald Karibik und OsaHoch, aber extrem scheuSehr selten
Greifschwanz-LanzenotterBäume und Sträucher, oft an WegenMittel – nicht in Büsche greifenMit Guide gut möglich
KorallenotternGanzes Land, im LaubHoch, beissen aber kaumSelten
KlapperschlangeTrockenwald in GuanacasteHoch, warnt mit der KlapperSelten
Gelbbauch-SeeschlangeOffener Pazifik, selten angespültHoch – angespülte Tiere nie anfassenSelten
Bienen und WespenGanzes Land, Nester in Bäumen und unter BlätternFür Allergiker das grösste RisikoHäufig
FeuerameisenRasen, Gärten, StrandrandBrennend, für Nicht-Allergiker harmlosHäufig
Riesenameise (Bala)Regenwald, an BaumstämmenSehr schmerzhaft, selten gefährlichHäufig zu sehen
BrennraupenBlätter, Stämme, GeländerHeftiges Brennen bei BerührungGelegentlich
SkorpioneUnter Steinen, in SchuhenSchmerzhaft, für Gesunde nicht lebensgefährlichGelegentlich
Kammspinne (Bananenspinne)Feuchtes Tiefland, nachtsSchmerzhaft, schwere Verläufe sehr seltenSelten
VogelspinnenErdröhren, nachts am EingangGering – Brennhaare reizenAuf Nachtwanderungen häufig
HundertfüsslerUnter Holz und Steinen, in LodgesSehr schmerzhaft, selten gefährlichGelegentlich
PfeilgiftfröscheWaldboden im TieflandGering – nur nicht anfassenHäufig
Aga-KröteWege und Lampen, nachtsGering für Menschen, gefährlich für HundeHäufig
StachelrochenFlache SandsträndeSehr schmerzhaft – heisses Wasser hilftGelegentlich
Quallen, Portugiesische GaleereZeitweise an beiden KüstenBrennen, selten KreislaufproblemeSelten
RotfeuerfischRiffe der SüdkaribikSchmerzhaft – nicht anfassenBeim Schnorcheln möglich

Giftschlangen

Rund zwei Dutzend der etwa 140 Schlangenarten Costa Ricas sind giftig. Die wichtigste ist die Lanzenotter, im Land «Terciopelo» genannt: Sie lebt im feuchten Tiefland, oft in der Nähe von Plantagen und Flüssen, und ist für die meisten Bisse verantwortlich. Betroffen sind vor allem Landarbeiter*innen, kaum je Reisende. Der Buschmeister ist die längste Giftschlange Amerikas, lebt aber so versteckt im Primärwald, dass selbst viele Guides noch nie einen gesehen haben.

Am ehesten begegnen Sie der Greifschwanz-Lanzenotter. Die kleine Baumviper ruht tagsüber regungslos auf Ästen und Blättern, gern auch direkt neben Wanderwegen – etwa im Nationalpark Cahuita. Ihre Farben reichen von Moosgrün bis Zitronengelb. Guides entdecken sie oft, und aus sicherer Distanz ist sie ein dankbares Fotomotiv.

Korallenottern sind rot, gelb und schwarz geringelt und hochgiftig, aber scheu und wenig bissfreudig. Gefährlich ist die Verwechslung mit harmlosen, ähnlich gefärbten Nattern – deshalb gilt: bunte Schlangen nie anfassen. In den trockenen Wäldern Guanacastes lebt zudem die Mittelamerikanische Klapperschlange, im Pazifik die Gelbbauch-Seeschlange, die man gelegentlich angespült am Strand findet. In der Karibik gibt es keine Seeschlangen.

Skorpione, Spinnen und Insekten

Skorpione sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber unter Steinen, Holz oder in Schuhen. Ihr Stich ist schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber nicht lebensgefährlich. Vogelspinnen sehen bedrohlich aus, sind aber friedlich; ihr Biss ist vergleichbar mit einem Wespenstich. Im feuchten Tiefland lebt eine Kammspinne, oft «Bananenspinne» genannt – Bisse sind selten und verlaufen meist mild. Witwenspinnen kommen vor, sind aber selten. Schmerzhaft beissen können auch grosse Hundertfüssler, die sich unter Holz und in Schuhen verstecken.

Am meisten gefürchtet ist bei den Einheimischen die bis zu drei Zentimeter grosse Riesenameise (Paraponera clavata), auch «Bala» oder «24-Stunden-Ameise» genannt. Ihr Stich gilt als einer der schmerzhaftesten im Tierreich und kann Fieber auslösen; für Allergiker kann er gefährlich werden. Sie lebt an Baumstämmen im Regenwald – ein Grund mehr, sich nicht an Bäume zu lehnen. Viel häufiger begegnen Reisende den kleinen Feuerameisen, deren Nester auf Rasen und am Strandrand liegen. Ganz anders die Blattschneiderameisen: Sie sind harmlos und lassen sich gut aus der Nähe beobachten.

Statistisch am meisten Notfälle verursachen aber Bienen und Wespen – vor allem bei Menschen mit einer Allergie. Wer allergisch reagiert, gehört mit dem Notfallset ins Gepäck.

Pfeilgiftfrösche

Die leuchtend gefärbten Pfeilgiftfrösche sind die Stars jeder Regenwaldwanderung. In Costa Rica häufig sind der rot-blaue Erdbeerfrosch an der Karibikseite und der grün-schwarze Goldbaumsteiger. Ihr Gift stammt aus der Nahrung, vor allem aus Ameisen und Milben. Für Menschen ist es bei normalem Kontakt ungefährlich – trotzdem gilt: nur anschauen, nicht anfassen. Ganz harmlos ist der berühmte Rotaugenlaubfrosch.

Raupen und Kröten

Manche behaarte Brennraupen verursachen bei Berührung schmerzhafte, verbrennungsähnliche Hautreizungen. Die grosse Aga-Kröte sondert ein Hautgift ab, das vor allem für Hunde gefährlich ist.

Giftige Tiere im Meer

An Sandstränden leben Stachelrochen im flachen Wasser – schlurfen Sie beim Hineingehen mit den Füssen, dann flüchten sie. Zeitweise treiben Quallen und Portugiesische Galeeren an die Küste, und an den Korallenriffen der Südkaribik hat sich der eingeschleppte Rotfeuerfisch mit seinen Giftstacheln ausgebreitet. Bei Stichen von Rochen und Rotfeuerfisch hilft heisses Wasser, bei Quallen Meerwasser und vorsichtiges Entfernen der Fäden.

Giftige und stachlige Pflanzen

Auch Pflanzen können wehtun: Dornen an Palmstämmen, brennende Blätter und scharfkantige Gräser. Statistisch gesehen ist die Gefahr, von einer herabfallenden Kokosnuss getroffen zu werden, übrigens grösser als die eines Schlangenbisses.

So sind Sie sicher unterwegs

  • Im Wald geschlossene Schuhe tragen – keine Flipflops
  • Auf markierten Wegen bleiben
  • Lange, leichte Kleidung schützt vor Insekten und Pflanzen
  • Schuhe und Kleidung, die draussen lagen, vor dem Anziehen ausschütteln
  • Nicht unter Steine, in Löcher oder ins Gebüsch greifen
  • Nachts immer eine Taschenlampe benutzen
  • Tiere nur mit den Augen bestaunen und Abstand halten

Was tun bei einem Biss?

  • Ruhe bewahren und sich vom Tier entfernen
  • Betroffene Gliedmasse ruhig halten, Schmuck und enge Kleidung entfernen
  • Nicht abbinden, nicht aufschneiden, nicht aussaugen und nicht kühlen
  • Sofort ins nächste Spital oder den Notruf 911 wählen
  • Wenn möglich ein Foto des Tieres machen – nicht einfangen
  • Costa Rica stellt eigene Gegengifte her; Spitäler und Gesundheitszentren sind darauf eingestellt

Wo Sie giftige Tiere sicher beobachten

Wer Schlangen und Pfeilgiftfrösche sehen möchte, bucht am besten eine geführte Nachtwanderung. Lokale Guides wissen, wo die Tiere ruhen, und zeigen sie mit Taschenlampe aus sicherer Entfernung. Besonders gut sind die Chancen im Nationalpark Cahuita an der Südkaribik, in Tortuguero, im Regenwald von Sarapiquí, rund um den Arenal und im Corcovado-Nationalpark. Auch in Monteverde werden täglich Nachtwanderungen angeboten.

Viele unserer Reisen enthalten Wanderungen mit Guide oder lassen sich mit einer Nachtwanderung ergänzen. Wir sagen Ihnen gerne, wo Ihre Chancen am grössten sind. Mehr zum Thema Sicherheit lesen Sie in unseren Tipps zur Sicherheit in Costa Rica.

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Gut zu wissen

Häufige Fragen: Giftige Tiere

Gibt es in Costa Rica gefährliche Schlangen?

Ja, gut 20 der rund 140 Schlangenarten sind giftig, darunter Lanzenotter, Buschmeister und Korallenottern. Bisse bei Reisenden sind aber äusserst selten.

Welches ist die gefährlichste Schlange Costa Ricas?

Die Lanzenotter (Terciopelo). Sie ist weit verbreitet und für die meisten Bisse verantwortlich – fast immer bei Landarbeiter*innen, kaum bei Tourist*innen.

Wie schütze ich mich vor Schlangen?

Geschlossene Schuhe tragen, auf den Wegen bleiben, nachts eine Lampe benutzen und nicht ins Unterholz oder unter Steine greifen.

Was tun nach einem Schlangenbiss?

Ruhe bewahren, die Gliedmasse ruhig halten und sofort ins nächste Spital fahren oder den Notruf 911 wählen. Nicht abbinden, nicht aussaugen. Costa Rica stellt eigene Gegengifte her.

Sind Skorpione in Costa Rica gefährlich?

Ein Stich ist schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber nicht lebensgefährlich. Schütteln Sie Schuhe und Kleidung aus, die draussen lagen.

Darf man Pfeilgiftfrösche anfassen?

Nein. Ihr Gift ist für Menschen bei normalem Kontakt zwar ungefährlich, die Frösche sind aber empfindlich und geschützt. Nur anschauen und fotografieren.

Wo sehe ich in Costa Rica Giftschlangen?

Am besten auf einer geführten Nachtwanderung, etwa in Cahuita, Tortuguero, Sarapiquí, am Arenal oder in Monteverde. Die Greifschwanz-Lanzenotter ist dort oft zu sehen.

Gibt es giftige Spinnen in Costa Rica?

Vogelspinnen sind harmlos, ihr Biss ist etwa so schmerzhaft wie ein Wespenstich. Im Tiefland lebt eine Kammspinne («Bananenspinne»), deren Bisse meist mild verlaufen. Witwenspinnen kommen vor, sind aber selten.

Welche giftigen Tiere trifft man in Costa Rica am häufigsten?

Feuerameisen, Bienen und Wespen, die grosse Riesenameise an Baumstämmen, Aga-Kröten und Pfeilgiftfrösche. Giftschlangen sieht man meist nur mit einem Guide.

Was hilft bei Stichen von Stachelrochen oder Rotfeuerfischen?

Heisses Wasser. Die betroffene Stelle so heiss baden, wie es ohne Verbrühung erträglich ist, 30 bis 90 Minuten lang, danach ärztlich kontrollieren lassen.

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