Kurz gesagt: In Costa Rica leben Afrikanisierte Honigbienen und viele Wespenarten. Ein einzelner Stich ist wie zu Hause, doch gestörte Bienenvölker verteidigen ihr Nest sehr heftig. Für Allergiker sind Bienen und Wespen das grösste Risiko unter den giftigen Tieren – ein Notfallset gehört ins Gepäck.
Wer an gefährliche Tiere in Costa Rica denkt, denkt an Schlangen. Statistisch sind aber Bienen und Wespen für viel mehr Notfälle verantwortlich – weil viele Menschen allergisch auf ihr Gift reagieren und weil man ihnen ständig begegnet. In Gärten, an Blüten, in Dachrinnen und unter Blättern am Wegrand sind sie überall. Mit ein paar einfachen Regeln lassen sich Probleme aber gut vermeiden.
Afrikanisierte Honigbienen
In den 1950er-Jahren wurden in Brasilien afrikanische Honigbienen eingeführt, die sich mit europäischen Bienen kreuzten und nach Norden ausbreiteten. Seit Anfang der 1980er-Jahre sind diese «Afrikanisierten Bienen» auch in Costa Rica heimisch. Ihr Gift ist nicht stärker als das unserer Honigbienen. Sie reagieren aber viel empfindlicher auf Störungen – Lärm, Vibrationen von Motorsägen oder Rasenmähern, starke Gerüche – und verteidigen ihr Nest mit sehr vielen Tieren. Störenfriede verfolgen sie oft mehrere hundert Meter weit. Wilde Völker nisten in hohlen Bäumen, Mauerritzen, Kisten oder unter Dächern.
Wespen
Costa Rica beherbergt eine riesige Zahl von Wespenarten. Viele bauen papierartige Nester, die gut getarnt unter grossen Blättern, an Ästen oder unter Vordächern hängen – oft direkt neben Wanderwegen. Wer versehentlich ein Blatt mit Nest streift, wird von mehreren Wespen gestochen. Einzelne Stiche sind schmerzhaft, für Nicht-Allergiker aber harmlos.
Harmlose Verwandte
Nicht jede Biene sticht: In Costa Rica leben zahlreiche einheimische stachellose Bienen. Sie sind klein, oft schwarz oder goldgelb und werden in manchen Gärten und auf Farmen sogar gehalten. Ihr Honig gilt als Heilmittel. Bei Farm- und Schokoladetouren lernen Sie sie manchmal kennen.
Richtig reagieren bei einem Angriff
Bemerken Sie, dass viele Bienen um Sie herumfliegen und gegen Sie prallen, laufen Sie sofort weg – möglichst in ein Gebäude oder ein geschlossenes Auto. Ziehen Sie dabei T-Shirt oder Jacke über Kopf und Gesicht, denn Stiche dort sind am gefährlichsten. Schlagen Sie nicht um sich und springen Sie nicht ins Wasser: Die Bienen warten über der Oberfläche. Entfernen Sie Stacheln danach rasch, indem Sie sie mit dem Fingernagel seitlich wegschaben.
So schützen Sie sich
- Allergiker: ärztlich verordnetes Notfallset mitnehmen und Reisebegleitung informieren.
- Abstand halten zu Bienenvölkern in Bäumen, Mauern oder unter Dächern.
- Auf Wanderungen nicht an grosse Blätter greifen, ohne sie anzuschauen.
- Draussen nicht barfuss über Rasen mit blühendem Klee gehen.
- Bei vielen Stichen, Atemnot, Schwindel oder Schwellung im Gesicht: sofort Notruf 911.


