Kurz gesagt: Die Riesenameise, in Costa Rica «Bala» genannt, lebt an Baumstämmen im Regenwald. Ihr Stich gilt als einer der schmerzhaftesten im ganzen Tierreich, ist aber für gesunde Menschen nicht gefährlich. Wer sich nicht an Bäume lehnt und nicht an Stämme greift, kommt ihr kaum zu nahe.
Die Tropische Riesenameise (Paraponera clavata) gehört zu den grössten Ameisen der Welt. Die Arbeiterinnen werden zwei bis drei Zentimeter lang, sind glänzend schwarz bis rotbraun und haben kräftige Kieferzangen. In Costa Rica heisst sie «Bala» – Kugel –, weil sich ein Stich anfühlt, als hätte einen eine Gewehrkugel getroffen. Auf Englisch spricht man von der «Bullet Ant», auf Deutsch auch von der «24-Stunden-Ameise».
Lebensweise
Riesenameisen leben in Kolonien von einigen hundert Tieren. Ihre Nester legen sie im Boden am Fuss grosser Bäume an. Von dort klettern einzelne Arbeiterinnen die Stämme hinauf bis in die Kronen, um Nektar zu sammeln und kleine Insekten zu jagen. Sie sind vor allem in der Nacht aktiv, sitzen aber auch tagsüber oft an Stämmen, Lianen und Geländern. Anders als Treiber- oder Feuerameisen greifen sie nicht in Massen an; meist sind sie einzeln unterwegs.
Wie gefährlich ist der Stich?
Der Stich der Bala gilt als einer der schmerzhaftesten im gesamten Tierreich. Das Gift enthält einen Stoff, der die Nerven dauerhaft reizt: Es brennt, pocht und strahlt in den ganzen Arm aus, oft mit Schwellung, Schweissausbruch und Zittern. Die Schmerzen lassen nach einigen Stunden nach, können aber bis zu einem Tag dauern. Lebensgefährlich ist der Stich für gesunde Menschen nicht. Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert, sollte jedoch vorsorglich ein Notfallset mitführen und nach einem Stich rasch ärztliche Hilfe suchen.
Wo sieht man sie?
Im Tiefland-Regenwald der Karibikseite und im Süden ist die Bala häufig – in Tortuguero, in Sarapiquí, in Cahuita und im Corcovado. Guides zeigen sie gern auf Wanderungen, oft direkt neben dem Weg. Mit Abstand betrachtet ist sie ein sehenswertes Tier: Wenn sie sich bedroht fühlt, gibt sie ein leises Zirpen von sich und verströmt einen leicht muffigen Geruch.
So schützen Sie sich
- Nicht an Baumstämme lehnen und nicht an Stämme oder Lianen greifen.
- Geländer von Hängebrücken und Holzstegen kurz anschauen, bevor Sie sie anfassen.
- Nicht auf Baumwurzeln oder Laub am Stammfuss sitzen.
- Nach einem Stich: kühlen, hochlagern, Schmerzmittel und Antihistaminikum. Bei Atemnot, Schwindel oder Schwellung im Gesicht sofort ärztliche Hilfe holen oder Notruf 911 wählen.

