Kurz gesagt: Grosse Hundertfüssler (Skolopender) leben in Costa Rica unter Holz, Steinen und Laub und kommen nachts manchmal in Häuser. Ihr Biss ist sehr schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber nicht gefährlich. Die langsamen, runden Tausendfüssler dagegen sind harmlos.
Hundertfüssler – genauer: grosse Skolopender – gehören zu den ältesten Landtieren der Erde und sind in den Tropen weit verbreitet. In Costa Rica leben mehrere Arten, die meist fünf bis fünfzehn Zentimeter lang werden. Sie sind flach gebaut, haben an jedem Körperring ein Beinpaar und bewegen sich erstaunlich schnell. Ihre Farben reichen von Rotbraun bis Orange, manche haben bläuliche oder gelbe Beine.
Lebensweise
Hundertfüssler sind nachtaktive Jäger. Tagsüber verstecken sie sich in feuchten, dunklen Spalten – unter Steinen, Rinde, Totholz und Laub. Nachts gehen sie auf die Jagd nach Insekten, Spinnen, Schaben und anderen kleinen Tieren. Die Beute packen sie mit zwei zu Giftklauen umgebauten vorderen Beinen. In Lodges mitten im Wald suchen sie manchmal Schutz in Badezimmern, unter Fussmatten, in Schuhen oder in Handtüchern am Boden.
Wie gefährlich ist ein Biss?
Ein Hundertfüssler beisst nur, wenn er sich bedrängt fühlt – etwa wenn man in einen Schuh schlüpft oder ihn mit der Hand berührt. Der Biss ist sehr schmerzhaft, die Stelle rötet sich und schwillt an, manchmal kommen Taubheitsgefühl, Kopfschmerzen oder Übelkeit dazu. Nach einigen Stunden bis wenigen Tagen klingen die Beschwerden ab. Für gesunde Erwachsene ist ein Biss nicht lebensgefährlich. Bei Kindern, älteren Menschen und Allergikern sollte man aber ärztlich nachfragen.
Tausendfüssler – die harmlosen Verwandten
Häufiger als Hundertfüssler sieht man in Costa Rica Tausendfüssler. Sie sind rund, langsam, rollen sich bei Gefahr ein und fressen verrottendes Pflanzenmaterial. Sie beissen nicht, können aber ein Sekret abgeben, das Haut und Augen reizt und Flecken hinterlässt. Nach dem Berühren also gründlich Hände waschen und nicht in die Augen fassen.
So schützen Sie sich
- Schuhe, Kleider und Handtücher ausschütteln, besonders in Waldlodges.
- Nichts auf dem Boden liegen lassen; Gepäck geschlossen halten.
- Nicht unter Steine, Holz oder Laub greifen.
- Nachts mit Schuhen und Taschenlampe gehen.
- Nach einem Biss: waschen, kühlen oder warm baden, Schmerzmittel; bei starken Beschwerden zum Arzt.

