Kurz gesagt: In Costa Rica lebt eine Kammspinne (Phoneutria boliviensis), die oft «Bananenspinne» genannt wird. Bisse sind selten und verlaufen meist mit lokalen Schmerzen. Viel häufiger sind harmlose Doppelgänger, die nachts auf Bananenblättern sitzen. Spinnen also nicht anfassen und Schuhe ausschütteln.
Die Kammspinnen der Gattung Phoneutria haben einen schlechten Ruf: Die brasilianische Art gilt als eine der giftigsten Spinnen der Welt und ist als «Bananenspinne» bekannt, weil sie gelegentlich in Bananenkisten nach Europa reist. In Costa Rica lebt eine verwandte Art, Phoneutria boliviensis. Ihr Gift ist deutlich schwächer, und Bisse sind selten. Trotzdem lohnt es sich, die Spinne zu kennen – und vor allem ihre harmlosen Doppelgänger.
Aussehen und Lebensweise
Die Kammspinne ist kräftig gebaut, braun bis graubraun und hat eine Beinspanne von bis zu etwa zwölf Zentimetern. Auf der Unterseite der Beine sind dunkle Querbänder zu sehen. Sie baut kein Fangnetz, sondern jagt nachts auf dem Boden und in der niedrigen Vegetation nach Insekten und kleinen Fröschen. Tagsüber versteckt sie sich in Blattachseln, unter Rinde, in Bananenstauden – und manchmal in Schuhen, Kleidern oder Kisten. Typisch ist ihre Drohhaltung: Sie richtet sich auf und streckt die Vorderbeine in die Höhe.
Wie gefährlich ist ein Biss?
Kammspinnen beissen nur, wenn sie sich bedrängt fühlen, etwa wenn man in einen Schuh schlüpft, in dem eine Spinne sitzt. Bisse der in Costa Rica lebenden Art verursachen meist starke lokale Schmerzen, Rötung und Schwellung, die nach einigen Stunden abklingen. Schwere Verläufe sind sehr selten; vorsichtig sein muss man vor allem bei Kindern. Nach einem Biss sollten Sie die Stelle kühlen, ein Schmerzmittel nehmen und ärztlich abklären lassen.
Die harmlosen Doppelgänger
Was Reisende nachts im Lichtkegel der Taschenlampe auf Bananen- und Helikonienblättern sehen, sind meist Wanderspinnen der Gattung Cupiennius. Sie sind gross, braun und sehen der Kammspinne ähnlich, sind aber für Menschen harmlos. Sie sitzen gern mit gespreizten Beinen auf grossen Blättern und warten auf Beute. Für Laien sind die beiden Gruppen kaum zu unterscheiden – ein guter Grund, beide nicht anzufassen und die Bestimmung dem Guide zu überlassen.
Weitere Spinnen
Witwenspinnen kommen in Costa Rica vor, sind aber selten und leben versteckt in Mauerritzen und Schuppen. Die grossen Vogelspinnen sehen furchterregend aus, sind aber friedlich. Netzspinnen wie die goldene Seidenspinne spannen riesige Netze über Wege – unangenehm, wenn man hineinläuft, aber ungefährlich.
So schützen Sie sich
- Schuhe, Kleider und Handtücher, die draussen lagen, vor dem Anziehen ausschütteln.
- Gepäck geschlossen halten und nicht offen auf dem Boden stehen lassen.
- Nachts nicht barfuss gehen und eine Taschenlampe benutzen.
- Nicht in Bananenstauden, Blattachseln oder Holzstapel greifen.

