Kurz gesagt: Die Skorpione Costa Ricas sind für gesunde Erwachsene nicht lebensgefährlich; ein Stich schmerzt ähnlich wie ein Wespenstich. Schuhe ausschütteln und Gepäck geschlossen halten genügt als Schutz.
Auch in Costa Rica leben Skorpione – rund 15 Arten. Da sie vorwiegend nachts auf Insektenjagd gehen, sieht man sie selten. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, in Ritzen, unter Rinde, in Häusern – und gern auch in Schuhen, Kleidern oder Handtüchern, die draussen liegen.
Lebensweise
Skorpione überstehen grosse Temperaturschwankungen schadlos und können monatelang ohne Nahrung auskommen. Sie fressen Insekten, Spinnen und andere Skorpione und sind damit wichtige Helfer bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Die Weibchen tragen ihre Jungen in den ersten Wochen auf dem Rücken. Unter UV-Licht leuchten Skorpione bläulich-grün – auf manchen Nachtwanderungen zeigen Guides diesen Effekt.
Wie gefährlich ist ein Stich?
Alle Skorpione sind giftig. Die Stiche der in Costa Rica heimischen Arten sind schmerzhaft – vergleichbar mit einem kräftigen Wespenstich –, für gesunde Erwachsene aber nicht lebensbedrohlich. Typisch sind Brennen, Taubheitsgefühl und manchmal ein Kribbeln im Mund. Bei Kindern, älteren Menschen, Allergikern oder starken Beschwerden sollten Sie sicherheitshalber eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Skorpione in der Unterkunft
In Lodges mitten im Wald und in einfachen Unterkünften mit offener Bauweise kann es vorkommen, dass ein Skorpion ins Zimmer gelangt – meist ins Badezimmer, unter Fussmatten oder in Falten von Handtüchern. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein guter Grund für ein paar Gewohnheiten: Handtücher vor dem Benutzen kurz ausschütteln, Kleider nicht auf dem Boden liegen lassen und das Bett vor dem Schlafengehen kurz anschauen. Moskitonetze, die viele Lodges über den Betten aufhängen, halten auch Skorpione fern. Findet sich ein Tier im Zimmer, rufen Sie das Personal – es bringt den Skorpion ruhig nach draussen.
Wo Sie Skorpione beobachten
Wer Skorpione sehen möchte, hat auf einer geführten Nachtwanderung die besten Chancen. Viele Guides tragen eine UV-Lampe mit, unter deren Licht die Tiere geheimnisvoll leuchten. Besonders im trockenen Nordwesten, etwa rund um den Rincón de la Vieja, aber auch am Arenal und in Monteverde werden sie häufig entdeckt. Verwandt und ebenfalls nachts unterwegs sind die harmlosen Geisselspinnen mit ihren langen, peitschenartigen Vorderbeinen – sie sehen gefährlich aus, haben aber weder Gift noch Stachel.
So schützen Sie sich
- Schuhe und Kleider, die draussen standen, vor dem Anziehen ausschütteln.
- Koffer und Rucksack geschlossen halten, nicht auf den Boden stellen.
- Nachts nicht barfuss gehen und eine Taschenlampe benutzen.
- Nicht unter Steine, Holzstapel oder in Löcher greifen.
- Bei einem Stich: Stelle kühlen, Schmerzmittel nehmen, bei starken Beschwerden zur Ärztin oder zum Arzt.


