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Lanzenotter (Terciopelo) mit braun-rosa Rautenmuster, zusammengerollt auf moosigem Stein
Giftige Tiere

Lanzenotter (Terciopelo)

Die häufigste und gefährlichste Giftschlange Costa Ricas – für Reisende aber selten ein Problem.

Kurz gesagt: Die Lanzenotter (Terciopelo) ist für die meisten Schlangenbisse in Costa Rica verantwortlich, vor allem bei Landarbeitern. Reisende, die auf Wegen bleiben, geschlossene Schuhe tragen und nachts eine Lampe benutzen, sind kaum gefährdet.

Die Lanzenotter (Bothrops asper), in Costa Rica «Terciopelo» (Samt) genannt, ist die am weitesten verbreitete Giftschlange des Landes. Ihren Namen verdankt sie der samtig wirkenden Haut. Typisch sind der lanzenförmige, dreieckige Kopf und ein Muster aus dunklen Dreiecken mit hellen Rändern auf braunem bis olivem Grund. Sie wird meist 1,2 bis 1,8 Meter lang und besitzt sehr lange Giftzähne.

Lebensweise

Gut getarnt liegt die Lanzenotter zwischen Laub und Holz am Boden und wartet auf Beute – meist Nagetiere, aber auch Frösche und Vögel. Weil Ratten und Mäuse von Abfällen und Ernten angezogen werden, kommt sie auch in die Nähe von Häusern, Plantagen und Feldern. Gelegentlich klettert sie auf Büsche. Sie ist vor allem nachts aktiv und bringt lebende Junge zur Welt, oft mehrere Dutzend auf einmal.

Wie gefährlich ist sie?

Gestört oder überrascht beisst die Terciopelo blitzschnell zu. Ihr Gift zerstört Gewebe und beeinträchtigt die Blutgerinnung; ohne Behandlung mit Gegengift verlaufen Bisse oft schwer. Die meisten Unfälle betreffen Landarbeiter, die in Plantagen und auf Feldern arbeiten. Für Reisende sind Bisse äusserst selten – die Schlange flieht, wenn sie Menschen kommen hört.

Gegengift aus Costa Rica

Im Instituto Clodomiro Picado der Universität von Costa Rica in Coronado bei San José werden Giftschlangen gehalten, um aus ihrem Gift Antiserum herzustellen. Die costa-ricanischen Gegengifte werden in viele Länder Lateinamerikas und Afrikas geliefert und sind in den Spitälern des Landes verfügbar.

So sind Sie sicher unterwegs

  • Im Wald geschlossene Schuhe und lange Hosen tragen – keine Flipflops.
  • Auf den Wegen bleiben und nicht ins Unterholz oder unter Steine greifen.
  • Nachts immer eine Taschenlampe mitnehmen und auf den Boden leuchten.
  • Schlangen nie anfassen, auch nicht für ein Foto – Abstand von mindestens zwei Metern halten.
  • Im Notfall: Ruhe bewahren, die betroffene Gliedmasse ruhig halten, keinen Schnitt, kein Aussaugen, keine Abbindung – und sofort ins nächste Spital. Costa Rica stellt eigene Gegengifte her, die in den Spitälern verfügbar sind.

Häufige Fragen: Lanzenotter

Wie häufig sind Schlangenbisse bei Tourist*innen in Costa Rica?
Sehr selten. Die meisten Bisse betreffen Landarbeiter. Wer auf Wegen bleibt und geschlossene Schuhe trägt, ist kaum gefährdet.
Wo lebt die Lanzenotter?
Im Tiefland beider Küsten bis etwa 1300 Meter, in Wäldern, Plantagen und am Rand von Siedlungen.
Was tun nach einem Schlangenbiss?
Ruhe bewahren, die Gliedmasse ruhig halten und sofort ins nächste Spital fahren. Nicht schneiden, nicht aussaugen, nicht abbinden.
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