Kurz gesagt: Der Brillenkaiman ist in Costa Rica häufig. Am besten sehen Sie ihn auf Bootstouren in Tortuguero, Caño Negro und Palo Verde – nachts verraten ihn seine rot leuchtenden Augen.
Der Brillenkaiman ist ein eher kleiner Vertreter der Panzerechsen und wird meist 1,5 bis 2,5 Meter lang. Seinen Namen verdankt er einem knöchernen Wulst zwischen den Augen, der wie der Steg einer Brille aussieht. Er kommt von Südmexiko bis in den Norden Südamerikas vor und ist in Costa Rica weit verbreitet.
Kaiman oder Krokodil?
In Costa Rica leben beide: der Brillenkaiman und das deutlich grössere Spitzkrokodil. Den Kaiman erkennen Sie an der kürzeren, breiteren Schnauze, der «Brille» und der geringeren Grösse. Kaimane leben fast nur im Süsswasser, während Spitzkrokodile auch in Flussmündungen und Mangroven mit Salzwasser vorkommen. Beim Krokodil ist bei geschlossenem Maul zudem der vierte Zahn des Unterkiefers sichtbar.
Lebensweise
Tagsüber liegen Kaimane oft regungslos am Ufer oder treiben mit nur Augen und Nasenlöchern über der Wasseroberfläche. In der Dämmerung und nachts jagen sie Fische, Frösche, Wasservögel und kleine Säugetiere. Die Weibchen bauen Nesthügel aus Pflanzenmaterial, bewachen das Gelege und helfen den Jungen beim Schlüpfen. In der Trockenzeit ziehen sich Kaimane in verbleibende Wasserlöcher zurück, manchmal in grosser Zahl.
Wo Sie Kaimane sehen
- Tortuguero – auf den Bootsfahrten durch die Kanäle, besonders früh morgens.
- Caño Negro – das Feuchtgebiet im Norden nahe der Grenze zu Nicaragua.
- Palo Verde – in der Trockenzeit sammeln sich Kaimane und Wasservögel an den Lagunen.
- Kleinere Flüsse und Bäche an Karibik und Pazifik.
Tipp: Auf einer Nachtwanderung oder Nachtbootsfahrt leuchten die Augen der Kaimane im Licht der Taschenlampe rot auf – so sehen Sie oft viel mehr Tiere als am Tag.


