Kurz gesagt: Der Goldbaumsteiger ist ein Pfeilgiftfrosch, dessen Gift für Menschen nur bei Kontakt mit Schleimhäuten oder Wunden unangenehm ist. Er lebt im feuchten Tiefland, etwa in Manuel Antonio, Cahuita und Sarapiquí – nur anschauen, nicht anfassen.
Der Goldbaumsteiger ist ein in Costa Rica weit verbreiteter Pfeilgiftfrosch. Typisch ist sein metallisch grün-schwarzes Muster; im Süden und im Grenzgebiet zu Panama kommen auch bläuliche Varianten vor. Mit drei bis vier Zentimetern ist er grösser als sein naher Verwandter, der Erdbeerfrosch.
Lebensweise
Meist hält er sich am Boden auf, unter Laub, zwischen Wurzeln oder in hohlen Stämmen. Zur Verteidigung seines Reviers oder auf Partnersuche klettert er auch an Baumstämmen empor. Er frisst kleine Insekten, vor allem Ameisen und Milben. Wie beim Erdbeerfrosch tragen die Eltern die Kaulquappen auf dem Rücken in kleine Wasserstellen, etwa in Baumhöhlen oder Bromelien.
Wie giftig ist er?
Seine leuchtenden Farben warnen Fressfeinde: Die Haut enthält Alkaloide, die er über seine Nahrung aufnimmt. Für Menschen ist das Gift nur bei Kontakt mit Schleimhäuten oder offenen Wunden unangenehm; gefährliche Vergiftungen sind nicht bekannt. Anfassen sollten Sie ihn trotzdem nicht – auch weil Sonnencreme und Mückenschutz auf der Haut den Fröschen schaden. Der Name «Pfeilgiftfrosch» stammt von Völkern in Kolumbien, die das Gift einer anderen, viel giftigeren Art für Jagdpfeile nutzten.
Wo Sie ihn sehen
Der Goldbaumsteiger lebt im feuchten Tiefland auf der Pazifik- und der Karibikseite. Gute Orte sind Manuel Antonio, die Osa-Halbinsel, Cahuita und Sarapiquí. Nach einem Regenschauer sind die Frösche besonders aktiv.
Pfeilgiftfrösche in Costa Rica
In Costa Rica leben mehrere Arten von Pfeilgiftfröschen. Am bekanntesten sind der Goldbaumsteiger und der rot-blaue Erdbeerfrosch, der an der Karibikseite überaus häufig ist. Im Süden, auf der Osa-Halbinsel und im Golfo Dulce, lebt der Golfodulce-Baumsteiger, ein schwarzer Frosch mit leuchtend orangen Streifen, der nur dort vorkommt. Alle haben gemeinsam, dass sie tagaktiv sind und mit grellen Farben ihre Ungeniessbarkeit anzeigen. In Gefangenschaft gehaltene Frösche verlieren ihr Gift übrigens, weil ihnen die passende Nahrung fehlt.
Fotografieren und beobachten
Pfeilgiftfrösche sind dankbare Fotomotive, weil sie wenig scheu sind und tagsüber gut sichtbar am Boden hüpfen. Gehen Sie langsam in die Knie, halten Sie etwa einen halben Meter Abstand und verzichten Sie darauf, Blätter wegzuschieben. Am besten gelingen Bilder bei bedecktem Himmel oder kurz nach dem Regen, wenn das Licht weich ist und die Frösche aktiv sind. Ein Guide entdeckt sie oft am Rufen: Die Männchen geben ein leises Zirpen oder Summen von sich, um ihr Revier zu markieren. Im Vergleich dazu deutlich unscheinbarer, aber ebenfalls giftig ist die grosse Aga-Kröte, die nachts unter Lampen sitzt.


