Kurz gesagt: Die Aga-Kröte ist die grösste Kröte Costa Ricas und abends auf Wegen und Terrassen sehr häufig. Sie greift nicht an, trägt aber in Drüsen hinter den Augen ein starkes Hautgift. Für Menschen genügt es, sie nicht anzufassen; für Hunde, die sie ins Maul nehmen, kann sie lebensgefährlich sein.
Kaum ein Tier begegnet Reisenden in Costa Rica so zuverlässig wie die Aga-Kröte. Abends sitzt sie behäbig auf Gartenwegen, Rasenflächen und Treppen, besonders gern im Lichtkegel von Lampen, wo sie auf Insekten wartet. Lange wurde die mittelamerikanische Form als Teil der weltweit bekannten Agakröte (Rhinella marina) betrachtet; heute gilt sie als eigene Art, Rhinella horribilis. Im Land nennt man sie einfach «sapo».
Aussehen und Lebensweise
Aga-Kröten werden meist zehn bis fünfzehn Zentimeter lang, grosse Weibchen auch über zwanzig. Ihre Haut ist warzig, braun bis olivgrau, oft mit dunklen Flecken. Hinter den Augen sitzen zwei grosse, ovale Drüsen – die Ohrdrüsen, in denen das Gift gebildet wird. Die Kröten fressen fast alles, was sie überwältigen können: Käfer, Ameisen, Schaben, Schnecken, sogar kleine Mäuse. Ein Weibchen legt Tausende Eier in langen Schnüren in Teiche und Pfützen.
Wie giftig ist die Aga-Kröte?
Das milchige Sekret der Ohrdrüsen enthält Stoffe, die auf Herz und Nerven wirken. Die Kröte spritzt es nicht aktiv, es tritt aber aus, wenn man sie drückt oder ein Tier hineinbeisst. Für Menschen ist der Kontakt mit der Haut harmlos – solange das Gift nicht in Augen, Mund oder offene Wunden gelangt. Nach dem Berühren also gründlich Hände waschen, besonders bei Kindern. Gefährlich ist die Kröte vor allem für Hunde und Katzen, die nach ihr schnappen: Speichelfluss, Zittern, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein. In diesem Fall das Maul des Tieres mit Wasser ausspülen und sofort in die Tierarztpraxis.
Nützlich und gut getarnt
Für Lodges und Gärten sind Aga-Kröten nützliche Mitbewohner, denn sie fressen grosse Mengen Insekten. Auf Nachtwanderungen sind sie oft die ersten Tiere, die Kinder entdecken. Ganz anders als die bunten Pfeilgiftfrösche setzen sie auf Tarnung statt auf Warnfarben – ihr Gift ist trotzdem wirksam.
So begegnen Sie ihr richtig
- Kröten nicht anfassen; wenn doch, sofort Hände waschen und nicht in die Augen greifen.
- Kinder vorwarnen und nachts auf Wegen mit Taschenlampe gehen, um nicht auf sie zu treten.
- Hunde in Costa Rica abends an der Leine halten.
- Gelangt Sekret ins Auge: mit viel klarem Wasser spülen und ärztlich kontrollieren lassen.


