Kurz gesagt: Die Gelbbauch-Seeschlange lebt ausschliesslich im Pazifik und ist hochgiftig. Im Wasser ist sie für Badende kaum ein Problem. Gefährlich wird es nur, wenn man eine angespülte Schlange am Strand aufhebt – deshalb nie anfassen, auch wenn sie tot scheint.
Die Gelbbauch-Seeschlange (Hydrophis platurus) ist die am weitesten verbreitete Seeschlange der Welt – und die einzige, die an der Küste Costa Ricas vorkommt. Sie ist unverwechselbar: Der Rücken ist tiefschwarz, der Bauch leuchtend gelb, und der seitlich abgeflachte Ruderschwanz trägt ein schwarz-gelbes Fleckenmuster. Im Golfo Dulce im Süden lebt sogar eine ganz gelbe Form, die nur dort vorkommt.
Leben im offenen Meer
Die Gelbbauch-Seeschlange verbringt ihr ganzes Leben im Wasser. Sie treibt an der Oberfläche, oft in langen Streifen aus Schaum und Treibgut, wo sich kleine Fische sammeln. Diese packt sie blitzschnell mit einer Seitwärtsbewegung des Kopfes. Sie kann bis zu drei Stunden tauchen, trinkt Regenwasser von der Meeresoberfläche und bringt ihre Jungen lebend im Meer zur Welt. An Land ist sie fast hilflos.
Wie gefährlich ist sie?
Ihr Gift wirkt auf die Nerven und ist sehr stark. Für Badende, Surfer*innen und Schnorchler*innen ist die Schlange trotzdem kaum ein Risiko: Sie lebt meist weit draussen, ist nicht angriffslustig und beisst im Wasser praktisch nie. Bekannt gewordene Unfälle betreffen fast immer Fischer*innen, die Schlangen aus ihren Netzen lösen, oder Menschen, die eine angespülte Schlange am Strand in die Hand nehmen. Nach einem Biss gilt: sofort ins Spital, auch wenn zunächst kaum Beschwerden auftreten.
Angespült am Strand
Nach Stürmen oder bei starkem Wind werden Seeschlangen gelegentlich an Strände der Pazifikküste gespült, etwa in Guanacaste, auf der Nicoya-Halbinsel oder bei Manuel Antonio. Die Tiere wirken oft tot oder benommen, können aber noch zubeissen. Halten Sie Abstand, behalten Sie Kinder und Hunde im Auge und informieren Sie das Hotel oder die Parkranger. Werfen Sie die Schlange nicht mit einem Stock ins Wasser zurück.
Beobachten vom Boot aus
Wer Glück hat, sieht Gelbbauch-Seeschlangen auf Bootsausflügen – etwa auf Walbeobachtungen im Nationalpark Marino Ballena, im Golf von Papagayo oder im Golfo Dulce. Vom Boot aus lassen sie sich gefahrlos beobachten.
So sind Sie sicher am Strand
- Angespülte Seeschlangen nie anfassen, auch nicht mit einem Stock.
- Kinder und Hunde von Treibgut-Streifen am Strand fernhalten.
- Beim Schnorcheln oder Surfen treibenden Schlangen einfach ausweichen.
- Nach einem Biss: Ruhe bewahren, Gliedmasse ruhig halten und sofort ins Spital oder Notruf 911.


