Kurz gesagt: Der Weisswedelhirsch, «Venado cola blanca», ist seit 1995 das Nationaltier Costa Ricas. Er lebt vor allem im Trockenwald und auf offenen Flächen im Nordwesten. Gute Chancen haben Sie im Nationalpark Santa Rosa, in Palo Verde und am Rincón de la Vieja.
Der Weisswedelhirsch (Odocoileus virginianus) ist das Nationaltier Costa Ricas. Seit 1995 steht der schlanke Hirsch für den Schutz der heimischen Tierwelt – denn Jagd und Rodung hatten ihn in vielen Landesteilen fast verschwinden lassen. Die Tiere in Costa Rica sind deutlich kleiner als ihre Verwandten in Nordamerika. Ihr Fell ist rotbraun bis graubraun, Kälber tragen in den ersten Monaten weisse Tupfen, die sie im Licht des Waldes tarnen. In Costa Rica heisst er «Venado cola blanca».
Lebensweise des Weisswedelhirsches
Weisswedelhirsche sind vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag aktiv. Sie äsen Blätter, junge Triebe, Gräser, Blüten und herabgefallene Früchte. Tagsüber ruhen sie im Schatten von Büschen und Waldrändern. Die Weibchen leben mit ihren Jungen in kleinen Familiengruppen, die Männchen sind meist allein unterwegs. Nur die Männchen tragen ein Geweih, das sie jedes Jahr abwerfen und neu bilden.
Der weisse Wedel
Seinen Namen verdankt der Hirsch seinem Schwanz. Fühlt er sich bedroht, stellt er ihn senkrecht auf und zeigt die leuchtend weisse Unterseite. Das Signal warnt andere Tiere der Gruppe und zeigt den Jungtieren beim Fliehen den Weg durch das Dickicht.
Wo Sie Weisswedelhirsche sehen
Der beste Lebensraum ist der tropische Trockenwald im Nordwesten des Landes. Gute Beobachtungsorte sind der Nationalpark Santa Rosa in Guanacaste, der Nationalpark Palo Verde mit seinen Feuchtgebieten und der Nationalpark Rincón de la Vieja. In der Trockenzeit von Dezember bis April, wenn viele Bäume ihr Laub verlieren, sind die Hirsche leichter zu entdecken – besonders an Wasserstellen und Waldrändern. Auch auf manchen Haciendas und Lodges in Guanacaste grasen sie am Abend auf den Wiesen.
Schutz des Nationaltiers
Die Jagd auf Weisswedelhirsche ist in Costa Rica verboten. In den Nationalparks haben sich die Bestände erholt, ausserhalb sind sie weiterhin durch Wilderei und den Verlust von Lebensraum bedroht. Hirsche sind zudem eine wichtige Beute für den Puma und den Jaguar – wo es Hirsche gibt, funktioniert die Nahrungskette des Waldes.


