Kurz gesagt: Der Jaguar lebt in Costa Rica vor allem im Corcovado-Nationalpark, in Tortuguero und in den Wäldern der Talamanca-Berge. Er ist extrem scheu und wird nur selten gesehen. Mit viel Glück entdecken Sie seine Spuren am Strand oder auf Wanderwegen.
Der Jaguar (Panthera onca) ist die grösste Raubkatze Amerikas und die drittgrösste der Welt nach Tiger und Löwe. Sein goldgelbes Fell ist mit Rosetten bedeckt, in deren Mitte oft ein dunkler Punkt sitzt. Der Körper ist kompakt und muskulös, der Kopf breit, das Gebiss gewaltig: Der Jaguar hat im Verhältnis zur Grösse den kräftigsten Biss aller Grosskatzen. In Costa Rica lebt er versteckt in den grössten und wildesten Wäldern des Landes.
Lebensweise des Jaguars
Jaguare sind Einzelgänger und beanspruchen grosse Reviere. Sie jagen vor allem in der Dämmerung und nachts, oft entlang von Flüssen und Küsten. Ihre Beute ist vielfältig: Pekaris, Hirsche, Agutis, Faultiere, Kaimane und Fische. Jaguare schwimmen ausgezeichnet und sind gern im Wasser. Statt ihre Beute wie andere Katzen an der Kehle zu packen, töten sie oft mit einem Biss in den Schädel.
Jaguare und Meeresschildkröten
Eine Besonderheit Costa Ricas: In Tortuguero und im Corcovado jagen Jaguare nachts Meeresschildkröten, die zur Eiablage an den Strand kommen. Ranger und Forscher finden regelmässig Spuren dieser Begegnungen. Die Beobachtungen haben gezeigt, wie wichtig die Verbindung zwischen Küste und Regenwald für die grossen Katzen ist.
Wo Jaguare in Costa Rica leben
Die wichtigsten Gebiete sind der Corcovado-Nationalpark auf der Osa-Halbinsel, der Nationalpark Tortuguero an der Karibikküste und die Wälder der Talamanca-Berge mit dem grenzüberschreitenden Parque Internacional La Amistad. Auch im Norden, im Gebiet der Vulkane Rincón de la Vieja und Orosí, gibt es Jaguare. Biologische Korridore sollen die Lebensräume miteinander verbinden, damit sich die Bestände austauschen können.
Wie gross ist die Chance, einen Jaguar zu sehen?
Ehrlich gesagt: sehr klein. Selbst Guides, die täglich im Corcovado unterwegs sind, sehen nur wenige Male im Jahr einen Jaguar. Viel häufiger entdecken Sie frische Pfotenabdrücke im Sand oder Schlamm, und mit etwas Glück einen anderen der sechs Wildkatzen Costa Ricas, etwa den Puma oder den Ozelot. Die besten Chancen haben Sie bei mehreren Tagen in der Station Sirena im Corcovado oder auf geführten Touren in Tortuguero. Jede Spur erzählt davon, dass der Regenwald hier noch intakt ist.


