Kurz gesagt: Das Mittelamerikanische Totenkopfäffchen, «Mono tití», lebt weltweit nur an der zentralen und südlichen Pazifikküste Costa Ricas und im Westen Panamas. Die besten Orte sind Manuel Antonio und die Osa-Halbinsel mit dem Corcovado.
Das Mittelamerikanische Totenkopfäffchen (Saimiri oerstedii) ist der kleinste der vier Affen Costa Ricas und einer der seltensten. Es wiegt kaum mehr als ein Kilo, hat einen leuchtend orangefarbenen Rücken, graue Schultern, eine weisse Maske um die Augen und eine dunkle Schnauze. Der lange, buschige Schwanz dient beim Springen als Steuer, greifen kann er damit nicht. In Costa Rica heisst es «Mono tití».
Ein sehr kleines Verbreitungsgebiet
Totenkopfäffchen kommen weltweit nur an einem schmalen Küstenstreifen vor: an der zentralen und südlichen Pazifikküste Costa Ricas und im Westen Panamas. Ihre nächsten Verwandten leben erst wieder im Amazonasbecken. Weil viel Wald in dieser Region für Plantagen gerodet wurde, gilt die Art als gefährdet. Schutzgebiete wie der Nationalpark Manuel Antonio und der Corcovado sowie Seilbrücken über Strassen, die Naturschutzgruppen gebaut haben, helfen den Beständen.
Lebensweise der Totenkopfäffchen
Totenkopfäffchen leben in grossen Trupps von oft 20 bis 50 Tieren. Sie sind ständig in Bewegung, springen flink durch die mittleren und unteren Stockwerke des Waldes und suchen Blätter und Zweige nach Insekten ab – Heuschrecken, Raupen und Spinnen machen einen grossen Teil ihrer Nahrung aus. Dazu kommen reife Früchte. Häufig schliessen sie sich Kapuzineraffen an und profitieren von deren Wachsamkeit gegenüber Greifvögeln. Die Jungen kommen in der Regenzeit zur Welt und reiten die ersten Wochen auf dem Rücken der Mutter.
Wo Sie Totenkopfäffchen sehen
Am besten im Nationalpark Manuel Antonio und in den Wäldern rund um Quepos, auf der Osa-Halbinsel, im Corcovado-Nationalpark und an der Küste bei Drake Bay und Uvita. Oft hören Sie die Trupps zuerst: ein hohes Zwitschern und das Rascheln vieler kleiner Körper in den Ästen. Mit etwas Geduld ziehen sie direkt an Ihnen vorbei – auch durch Hotelgärten am Waldrand.
Tipps für die Beobachtung
Morgens zwischen 7 und 10 Uhr sind die Affen besonders aktiv. Ein Guide kennt die Gebiete, in denen sich die Trupps aufhalten. Bitte füttern Sie die Tiere nicht und fassen Sie sie nicht an – auch nicht, wenn sie zutraulich wirken. Und weil die Totenkopfäffchen oft in Gärten und an Strassen unterwegs sind: Fahren Sie an der Pazifikküste langsam, besonders in der Dämmerung.


