Kurz gesagt: Der Geoffroy-Klammeraffe, «Mono araña», ist der grösste und gewandteste Affe Costa Ricas. Er braucht grosse, ungestörte Wälder und ist stark gefährdet. Gute Chancen haben Sie im Corcovado, in Tortuguero und im Trockenwald von Santa Rosa.
Der Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) ist der Akrobat unter den Affen Costa Ricas. Mit seinen langen, dünnen Armen hangelt er sich in hohem Tempo durch das Blätterdach und überwindet mit weiten Sprüngen Lücken zwischen den Bäumen. Sein Fell ist goldbraun bis rotbraun, Hände, Füsse und Gesicht sind dunkel. In Costa Rica heisst er «Mono araña», Spinnenaffe – wer ihn mit gespreizten Armen und Beinen im Geäst hängen sieht, versteht warum.
Der Schwanz als fünfte Hand
Das Besondere am Klammeraffen ist sein Greifschwanz. Er ist länger als der Körper und an der Spitze unten unbehaart, mit feinen Hautleisten wie bei einer Fingerkuppe. Damit kann der Affe sich nicht nur festhalten, sondern frei am Schwanz hängen und mit beiden Händen fressen, Früchte heranziehen oder sich von Ast zu Ast schwingen. Die Daumen sind dagegen fast ganz verschwunden – die Hände funktionieren wie Haken.
Lebensweise
Klammeraffen ernähren sich vor allem von reifen Früchten, dazu Blättern, Blüten und Samen. Weil reife Früchte im Wald verstreut sind, teilen sich die Gruppen tagsüber in kleine Trupps auf, die getrennt auf Nahrungssuche gehen und sich abends wieder treffen. Forscher nennen das eine «Fission-Fusion-Gesellschaft». Als Fruchtfresser verbreiten Klammeraffen die Samen vieler Bäume und sind für die Erneuerung des Regenwalds wichtig.
Stark gefährdet
Klammeraffen brauchen grosse, ungestörte Wälder. Ein Weibchen bekommt nur alle zwei bis vier Jahre ein Junges, das lange bei der Mutter bleibt. Deshalb erholen sich die Bestände nach Rodungen nur sehr langsam. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als stark gefährdet ein. In Costa Rica sind die Nationalparks die wichtigsten Rückzugsgebiete.
Wo Sie Klammeraffen in Costa Rica sehen
Die besten Chancen haben Sie im Corcovado-Nationalpark, besonders rund um die Station Sirena, wo alle vier Affenarten Costa Ricas vorkommen. Auch in Tortuguero, im Trockenwald des Nationalparks Santa Rosa, am Arenal und in Sarapiquí sind sie regelmässig zu sehen. Halten Sie im Blätterdach nach langen Schwänzen Ausschau, die sich um Äste wickeln. Klammeraffen sind scheu: Wenn sie Äste schütteln oder Zweige fallen lassen, sagen sie Ihnen, dass Sie zu nah sind.


