Kurz gesagt: Bananen (Musa) stammen aus Südostasien und werden in Costa Rica seit dem 19. Jahrhundert angebaut, vor allem im Karibik-Tiefland. Costa Rica gehört zu den grössten Bananenexporteuren der Welt. Die Pflanze ist kein Baum, sondern eine riesige Staude. Die süsse Obstbanane heisst hier «banano».
Wer nach Tortuguero fährt, kommt durch ein grünes Meer: Kilometerweit reihen sich Bananenstauden mit riesigen Blättern, dazwischen hängen schwere Fruchtstände in blauen Plastiksäcken, und Seilbahnen transportieren die Ernte zu den Packstationen. Bananen haben die Karibikküste Costa Ricas geprägt wie keine andere Pflanze – wirtschaftlich, landschaftlich und kulturell.
Eine Riesenstaude aus Asien
Bananen stammen aus Südostasien und kamen über Afrika und die Kanarischen Inseln nach Amerika. Die Pflanze sieht aus wie ein Baum, ist aber eine riesige Staude: Ihr «Stamm» besteht aus eng aufgerollten Blattscheiden. Aus seiner Mitte wächst ein hängender Blütenstand mit einer grossen, violetten Knospe. Reihe um Reihe bilden sich daran die Früchte, die «Hände», jede mit vielen einzelnen «Fingern». Nach der Ernte stirbt der Trieb ab, und aus dem Wurzelstock wächst ein neuer nach. Verwandt sind Bananen mit den Helikonien und dem Ingwer.
Bananen und die Geschichte Costa Ricas
Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Eisenbahn vom Zentraltal an die Karibikküste nach Limón gebaut. Um sie zu finanzieren, pflanzte man entlang der Strecke Bananen – der Beginn des grossen Bananenbooms. Für die Arbeit auf den Plantagen und beim Bahnbau kamen viele Menschen aus Jamaika und anderen Karibikinseln. Ihre Nachfahren prägen bis heute Kultur, Sprache und Küche der Karibikküste mit Reggae, Kokosmilch und kreolischem Englisch. Heute gehört Costa Rica zu den grössten Bananenexporteuren der Welt.
Eine Sorte für die ganze Welt
Fast alle Exportbananen gehören heute zu einer einzigen Sortengruppe. Ihre Vorgängerin, eine besonders aromatische Sorte, wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von einer Pilzkrankheit, der Panamakrankheit, weitgehend vernichtet. Weil alle Pflanzen einer Sorte genetisch gleich sind, sind solche Monokulturen anfällig für Krankheiten, und auf grossen Plantagen werden viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Immer mehr Betriebe arbeiten deshalb nach Umwelt- und Sozialstandards. Auf lokalen Märkten finden Sie dagegen eine grosse Vielfalt: kleine, süsse «guineos», rote Bananen und natürlich die Kochbanane.
Bananen in der Küche
Die süsse Obstbanane heisst in Costa Rica «banano». Sie gehört zum Frühstück, kommt in Fruchtsäfte, «batidos» und Kuchen und wird gerne mit Erdnussbutter oder Haferflocken gegessen. Grüne Bananen werden in manchen Gerichten auch gekocht, etwa im karibischen «Rondón», einem Eintopf mit Kokosmilch, Fisch und Wurzelgemüse.
Wo Sie Bananenplantagen sehen
Vor allem im Karibik-Tiefland, auf der Fahrt nach Tortuguero, nach Cahuita und Puerto Viejo sowie in der Region Sarapiquí. Achten Sie auf die Seilbahnen, an denen die Fruchtstände zur Packstation gleiten. Weitere Nutzpflanzen, die Sie auf einer Rundreise direkt am Feld erleben, sind Ananas, Kaffee und Kakao.

