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Hängende Blütenstände der Helikonie in Rot, Gelb und Grün zwischen grossen Blättern
Pflanzenwelt

Helikonien – die leuchtenden Hummerscheren

Rote und gelbe Blütenstände wie Hummerscheren: Helikonien sind die Farbtupfer im grünen Regenwald.

Kurz gesagt: Helikonien sind tropische Pflanzen mit auffälligen, oft roten und gelben Blütenständen. In Costa Rica wachsen viele Arten im Unterholz, an Waldrändern und in Gärten. Sie werden von Kolibris bestäubt, und in ihren Blättern schlafen kleine weisse Fledermäuse.

Helikonien gehören zu den auffälligsten Pflanzen Costa Ricas. Ihre grossen Blätter sehen aus wie die einer Banane, doch dazwischen hängen oder stehen leuchtende Blütenstände in Rot, Gelb, Orange und Pink. Weil sie wie aufgereihte Scheren aussehen, heissen sie auch Hummerscheren. In Costa Rica nennt man sie «Platanilla», kleine Banane, manche Arten auch «Pico de loro», Papageienschnabel.

Hochblätter statt Blüten

Was so farbig leuchtet, sind keine Blüten, sondern sogenannte Hochblätter. Sie schützen die eigentlichen kleinen Blüten, die darin versteckt sitzen. Bei aufrechten Arten sammelt sich in den kahnförmigen Hochblättern Regenwasser, in dem Insektenlarven leben. Hängende Arten wie die bekannte Hummerschere auf dem Foto oben bilden lange Ketten, die bis zu einem Meter lang werden.

Gemacht für Kolibris

Helikonien und Kolibris sind ein eingespieltes Team. Die röhrenförmigen Blüten passen genau zu den gebogenen Schnäbeln bestimmter Kolibriarten, besonders der Schattenkolibris (Eremiten). Rot ist für Vögel gut sichtbar, für viele Insekten dagegen kaum. So kommen vor allem die richtigen Bestäuber an den Nektar. Wer eine blühende Helikonie eine Weile beobachtet, sieht oft einen Kolibri vorbeischwirren.

Ein Zelt für Fledermäuse

Eine besondere Beziehung haben Helikonien zur Weissen Fledermaus, einem nur wenige Zentimeter grossen, schneeweissen Tier aus dem Karibik-Tiefland. Sie beisst die Blattrippen eines grossen Blattes so an, dass es sich zu einem Zelt nach unten faltet. Darunter schlafen tagsüber mehrere Tiere in einer Reihe – geschützt vor Regen und Feinden. Guides in Sarapiquí und Tortuguero kennen solche Zelte.

Wo Sie Helikonien sehen

Helikonien wachsen fast überall im Tiefland, an Waldrändern, Flussufern und Lichtungen, besonders auf der Karibikseite um Cahuita und Puerto Viejo. In vielen Lodge-Gärten werden sie als Zierpflanzen gezogen und blühen fast das ganze Jahr. Auch in Blumensträussen und Hotelhallen begegnen sie Ihnen oft.

Häufige Fragen: Helikonien

Warum heissen Helikonien auch Hummerscheren?
Ihre farbigen Hochblätter sind wie Scheren aufgereiht und erinnern an die Scheren eines Hummers.
Sind die roten Teile Blüten?
Nein, das sind Hochblätter. Die eigentlichen, kleinen Blüten sitzen versteckt darin.
Welche Tiere nutzen Helikonien?
Kolibris bestäuben sie. Die Weisse Fledermaus faltet ihre Blätter zu Zelten und schläft darunter. Im Wasser der aufrechten Blütenstände leben Insektenlarven.
Sind Helikonien mit Bananen verwandt?
Ja, entfernt. Ihre grossen Blätter sehen Bananenblättern sehr ähnlich, deshalb heissen sie in Costa Rica auch «Platanilla».
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