Kurz gesagt: Mangroven wachsen an der Küste, wo Süss- und Salzwasser zusammentreffen. Costa Ricas grösste Mangrovenwälder liegen an der Pazifikküste, besonders im Feuchtgebiet Térraba-Sierpe und im Golf von Nicoya. Am besten erleben Sie sie auf einer Bootstour.
Mangroven sind Wälder, die dort wachsen, wo kaum ein anderer Baum überlebt: im Gezeitenbereich der Küste, wo sich Süsswasser aus den Flüssen mit dem Salzwasser des Meeres mischt. Zweimal täglich steht der Boden unter Wasser, bei Ebbe liegt er als Schlamm frei. Costa Rica hat Mangroven an beiden Küsten, die grössten und schönsten liegen am Pazifik.
Leben im Salzwasser
Mangroven haben erstaunliche Strategien entwickelt. Die Rote Mangrove steht auf bogenförmigen Stelzwurzeln, die sie im weichen Schlamm verankern. Die Schwarze Mangrove schiebt fingerartige Atemwurzeln aus dem Boden, über die sie Luft aufnimmt. Das Salz filtern die Bäume an den Wurzeln heraus oder scheiden es über die Blätter wieder aus. Die Samen der Roten Mangrove keimen noch am Baum und fallen als lange, spitze Keimlinge ins Wasser, wo sie treiben, bis sie sich irgendwo festsetzen.
Kinderstube und Küstenschutz
Im Gewirr der Wurzeln wachsen junge Fische, Garnelen und Krebse geschützt auf. Viele Fischarten, die später an den Riffen leben, verbringen hier ihre Jugend. Mangroven bremsen Wellen und Sturmfluten, halten den Boden fest und filtern das Wasser. Zudem speichern sie besonders viel Kohlenstoff. In Costa Rica stehen die Mangrovenwälder deshalb unter Schutz.
Tiere der Mangroven
Auf einer Bootstour sehen Sie Reiher, Eisvögel, Fregattvögel und Rosalöffler, im Wasser Kaimane und Spitzkrokodile. Auf den Wurzeln klettern unzählige Krabben, in den Ästen ruhen Boas und Faultiere. Mit etwas Glück zeigen sich Kapuzineraffen, die bei Ebbe nach Krebsen suchen.
Wo Sie Mangroven erleben
Das grösste Mangrovengebiet Costa Ricas ist das Feuchtgebiet Térraba-Sierpe an der südlichen Pazifikküste, durch das viele Boote auf dem Weg nach Drake Bay und in den Corcovado fahren. Weitere schöne Gebiete liegen im Golf von Nicoya, an der Flussmündung bei Tamarindo, im Nationalpark Marino Ballena und bei Quepos nahe Manuel Antonio. Am schönsten ist eine Tour mit dem Boot oder Kajak bei Flut am frühen Morgen.


