Kurz gesagt: Der Weissgummibaum, in Costa Rica «Indio Desnudo» genannt, wächst vor allem im trockenen Nordwesten. Typisch ist seine rote, abblätternde Rinde. Aus Ästen, die man in den Boden steckt, wachsen neue Bäume – deshalb dient er oft als lebender Zaun.
Der Weissgummibaum (Bursera simaruba) ist einer der auffälligsten Bäume Costa Ricas. Seine Rinde ist glatt, glänzend und kupferrot und löst sich in dünnen, papierartigen Fetzen ab. Darunter kommt eine grünliche Schicht zum Vorschein. In Costa Rica heisst er «Indio Desnudo», nackter Indio, auf Englisch augenzwinkernd «Tourist Tree» – rot und sich schälend wie die Haut nach einem Sonnenbrand.
Ein Baum des Trockenwalds
Der Weissgummibaum ist im tropischen Trockenwald des Nordwestens zu Hause. In der Trockenzeit von Dezember bis April wirft er seine Blätter ab und wirkt dann fast kahl. Doch selbst ohne Laub kann er Fotosynthese betreiben: Die grüne Schicht unter der dünnen Rinde enthält Chlorophyll. So überlebt er die heissen, regenlosen Monate. Die kleinen Früchte sind bei Vögeln sehr beliebt, die die Samen weit verbreiten.
Der lebende Zaun
Der Weissgummibaum hat eine besondere Fähigkeit: Steckt man einen frisch geschnittenen Ast in den Boden, schlägt er Wurzeln und wächst zu einem neuen Baum heran. Bauernfamilien in Guanacaste nutzen das seit Generationen. Sie stecken Äste in einer Reihe in die Erde und spannen Stacheldraht daran – fertig ist ein «Lebendzaun», der nicht verrottet und jedes Jahr kräftiger wird. Auf jeder Fahrt durch den Nordwesten sehen Sie solche Zäune entlang der Weiden.
Harz und Heilpflanze
Aus der Rinde tritt ein aromatisches Harz aus, das früher als Weihrauch, Klebstoff und Lack diente. In der Volksmedizin wird ein Tee aus der Rinde gegen Fieber und Hautreizungen verwendet. Bitte probieren Sie das nicht selbst aus – überlassen Sie das den Guides, die gern über die Heilpflanzen ihrer Region erzählen.
Wo Sie den Weissgummibaum sehen
Am häufigsten in Guanacaste und auf der Halbinsel Nicoya, etwa in den Nationalparks Santa Rosa und Rincón de la Vieja und an den Stränden von Guanacaste. Dort wächst er zusammen mit dem mächtigen Guanacaste-Baum, dem Nationalbaum Costa Ricas.


