Kurz gesagt: Costa Ricas wichtigste botanische Gärten sind der Lankester-Garten bei Cartago, der Wilson-Garten bei San Vito, der Else-Kientzler-Garten in Sarchí, Casa Orquídeas am Golfo Dulce, der Garten des CATIE in Turrialba, der Nectandra-Nebelwaldgarten bei San Ramón und der Orchideengarten in Monteverde. Viele lassen sich gut in eine Rundreise einbauen.
Costa Rica gehört zu den artenreichsten Ländern der Erde – über 12 000 Pflanzenarten wachsen auf einer Fläche, die nur wenig grösser ist als die Schweiz. Im Regenwald sind viele davon aber schwer zu entdecken: Die Blüten hängen hoch oben in den Kronen, und manche Orchidee ist kleiner als ein Fingernagel. In den botanischen Gärten des Landes sehen Sie die Vielfalt auf engem Raum, gut beschriftet und oft mit fachkundiger Führung. Wir stellen die sieben wichtigsten Gärten vor – vom Forschungsgarten der Universität bis zum abgelegenen Garten, der nur mit dem Boot erreichbar ist.
Jardín Botánico Lankester – Cartago
Der Lankester-Garten in Dulce Nombre bei Cartago ist der bekannteste botanische Garten Costa Ricas und einer der bedeutendsten Orchideengärten Amerikas. Er geht auf den englischen Naturforscher Charles H. Lankester zurück, der hier ab 1940 Orchideen und andere Aufsitzerpflanzen sammelte. Seit 1973 gehört der rund 11 Hektar grosse Garten der Universität von Costa Rica, die hier ein Forschungszentrum betreibt. Über 3000 Pflanzenarten wachsen auf dem Gelände, vor allem Orchideen, Bromelien, Kakteen und andere Epiphyten. Dazu kommen ein Palmen- und ein Bambusbereich, ein Kakteengarten und der einzige japanische Garten Costa Ricas mit Teich, Teehaus und Bogenbrücke. Die meisten Orchideen blühen von Februar bis April. Der Garten liegt nur rund eine Stunde von San José entfernt und ist Teil unserer Rundreise Costa Rica Erlebnis und lässt sich gut mit dem Vulkan Irazú und dem Orosi-Tal verbinden.
Jardín Botánico Wilson – San Vito
Weit im Süden, nahe der Grenze zu Panama, liegt der Wilson-Garten bei San Vito. Das amerikanische Gärtnerpaar Robert und Catherine Wilson legte ihn ab 1962 an. Seit 1973 gehört er zur Organisation für Tropenstudien und ist Teil der biologischen Station Las Cruces. Auf rund 10 Hektar wachsen über 2000 Pflanzenarten – berühmt ist vor allem die Palmensammlung, die zu den grössten der Welt zählt. Dazu kommen Helikonien, Bromelien, Farne und Orchideen. Rund um den Garten schützt die Station einen grossen Bergregenwald, in dem über 400 Vogelarten beobachtet wurden. Wer in den Süden reist, kann hier auch übernachten und auf Wanderwegen den Wald erkunden.
Jardín Botánico Else Kientzler – Sarchí
Im Handwerkerstädtchen Sarchí, bekannt für seine bemalten Ochsenkarren, liegt der Else-Kientzler-Garten. Der private Garten ist rund 7 Hektar gross und zeigt über 2000 tropische Pflanzenarten, von Hibiskus und Helikonien bis zu Kakteen, Bromelien und Fruchtbäumen. Gut ausgebaute, teils rollstuhlgängige Wege, ein Pflanzen-Labyrinth, ein kleiner Teich und ein Restaurant machen ihn besonders familienfreundlich. Sarchí liegt im Zentraltal auf dem Weg von San José zum Arenal – ideal für einen Halt am ersten oder letzten Reisetag.
Casa Orquídeas – Golfo Dulce
Am Ufer des Golfo Dulce, gegenüber von Puerto Jiménez, liegt einer der ungewöhnlichsten Gärten des Landes. Casa Orquídeas ist ein privater botanischer Garten, der nur mit dem Boot erreichbar ist. Eine Familie hat hier über Jahrzehnte einen tropischen Garten mit zahlreichen Orchideen, Helikonien, Bromelien und Fruchtbäumen aufgebaut. Auf geführten Rundgängen probieren Sie oft exotische Früchte direkt vom Baum. Auf der Bootsfahrt durch den Golf sehen Sie mit etwas Glück Delfine. Der Garten passt gut zu einem Aufenthalt auf der Osa-Halbinsel oder im Corcovado.
Botanischer Garten des CATIE – Turrialba
In Turrialba liegt das CATIE, ein internationales Forschungs- und Hochschulzentrum für tropische Landwirtschaft. Sein botanischer Garten zeigt eine grosse Sammlung von Nutzpflanzen und exotischen Früchten aus allen Tropen. Das Zentrum unterhält zudem bedeutende Sammlungen von Kaffee- und Kakao-Sorten. Rund um die Teiche und Baumgruppen lassen sich viele Vögel beobachten. Der Garten ist ein guter Halt auf dem Weg zum Rafting auf dem Río Pacuare oder auf einer E-Bike-Tour bei Turrialba.
Nectandra Cloud Forest Garden – San Ramón
Bei San Ramón, an den Hängen zwischen Zentraltal und Arenal, liegt das private Schutzgebiet Nectandra. Herzstück ist ein Garten im Nebelwald, der die einheimische Bergflora zeigt – mit Schwerpunkt auf Epiphyten wie Orchideen, Bromelien, Farnen und Moosen. Pfade führen vom gestalteten Garten direkt in den umliegenden Nebelwald. Nectandra versteht sich vor allem als Naturschutzprojekt; Besuche sind nur nach Voranmeldung möglich. Für Pflanzenliebhaber*innen ist es ein stiller, besonderer Ort abseits der bekannten Routen.
Monteverde Orchid Garden – Monteverde
Im Dorf Santa Elena in Monteverde zeigt der Orchideengarten Hunderte Orchideenarten, viele davon aus dem umliegenden Nebelwald. Guides führen mit Lupen durch den Garten, denn ein grosser Teil der Arten hat winzige Blüten – darunter eine der kleinsten Orchideen der Welt. Der Besuch dauert etwa eine Stunde und lässt sich gut mit den Hängebrücken und Nebelwald-Reservaten verbinden. Fast jede Rundreise nach Monteverde lässt Zeit dafür.
Tipps für den Besuch
- Beste Zeit: Am Vormittag ist es kühler, das Licht schöner und die Vögel sind aktiver. Orchideen blühen am üppigsten von Februar bis April.
- Führung buchen: In den meisten Gärten lohnt sich eine Führung – die Guides zeigen Ihnen Blüten und Tiere, die Sie allein übersehen würden.
- Ausrüstung: Bequeme Schuhe, Regenschutz, Sonnenschutz und Mückenspray. Ein Fernglas ist für die Vögel nützlich.
- Öffnungszeiten: Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Zeiten und Eintrittspreise; manche Gärten verlangen eine Voranmeldung.
- Nichts mitnehmen: Pflanzen und Samen dürfen nicht in die Schweiz eingeführt werden. Viele Gärten verkaufen aber Fotos, Bücher und Kunsthandwerk.
Gerne bauen wir einen oder mehrere botanische Gärten in Ihre individuelle Rundreise ein – mit Transfers und, wo möglich, einer Führung durch Fachleute.

