Kurz gesagt: Der Guanacaste-Baum ist seit 1959 der Nationalbaum Costa Ricas und Namensgeber der Provinz Guanacaste. Er wird über 30 Meter hoch, seine Krone kann noch breiter werden. Typisch sind die ohrförmigen Früchte. Sie sehen ihn vor allem im trockenen Nordwesten.
Der Guanacaste-Baum (Enterolobium cyclocarpum) ist der Nationalbaum Costa Ricas. Seit 1959 steht er für das Land, und die nordwestliche Provinz Guanacaste trägt seinen Namen. Der Name stammt aus der Sprache der Nahua und bedeutet etwa «Ohrenbaum» – wegen der eigenartigen Früchte. Wer durch den trockenen Nordwesten fährt, sieht ihn überall: einzeln auf Weiden, an Strassenrändern und auf Dorfplätzen, mit einer riesigen, flachen Krone, die wie ein Schirm über dem Land steht.
Ein Riese mit breiter Krone
Ausgewachsene Bäume werden meist 20 bis 35 Meter hoch. Noch eindrücklicher ist die Krone, die oft breiter wird als der Baum hoch ist. Der Stamm kann über zwei Meter Durchmesser erreichen. Die feinen, doppelt gefiederten Blätter fallen in der Trockenzeit teilweise ab. Gegen Ende der Trockenzeit trägt der Baum kleine, weisse Blütenkugeln, aus denen sich die typischen Früchte entwickeln.
Die Früchte: kleine braune Ohren
Die Früchte sind flache, glänzend dunkelbraune Hülsen, die sich zu einem Kreis einrollen und an ein Ohr erinnern. In Costa Rica werden sie auch «orejas» genannt. Rinder, Pferde und Tapire fressen sie gern und verbreiten so die Samen. Viele Kinder sammeln die Hülsen zum Spielen, und aus den Samen entsteht Schmuck.
Schattenspender für Mensch und Tier
Weil der Baum so viel Schatten spendet, lassen ihn die Bauernfamilien beim Roden der Weiden stehen. In der heissen Trockenzeit drängt sich das Vieh unter der Krone. Das Holz ist leicht, wasserfest und wurde früher für Boote, Türen und Möbel verwendet. Heute sind grosse Bäume ein Teil der Landschaft, auf den die Menschen in Guanacaste stolz sind.
Wo Sie den Guanacaste-Baum sehen
Am häufigsten in der Provinz Guanacaste und auf der Halbinsel Nicoya, etwa auf der Fahrt zum Nationalpark Rincón de la Vieja, im Nationalpark Santa Rosa und an den Stränden von Guanacaste. Im tropischen Trockenwald wächst er gemeinsam mit dem Weissgummibaum und vielen anderen Bäumen, die in der Trockenzeit ihr Laub abwerfen.


