Kurz gesagt: Der Rosalöffler lebt in Feuchtgebieten, Lagunen und Mangroven. Am besten sehen Sie ihn in Guanacaste im Nationalpark Palo Verde, im Schutzgebiet Caño Negro und an der Mündung des Río Tárcoles. Besonders viele sind es in der Trockenzeit von Dezember bis April.
Der Rosalöffler (Platalea ajaja) gehört zu den farbenprächtigsten Wasservögeln Costa Ricas. Sein Gefieder leuchtet rosa bis kräftig pinkrot, Kopf und Hals sind weiss, die Beine rot. Unverwechselbar ist der lange, flache Schnabel, der vorne zu einem breiten Löffel ausläuft. In Costa Rica heisst er «Garza rosada» oder «Espátula rosada». Viele Reisende halten ihn auf den ersten Blick für einen Flamingo – doch Flamingos gibt es in Costa Rica nicht.
Warum ist der Rosalöffler rosa?
Die Farbe kommt aus dem Futter. Kleine Krebse, Garnelen und andere Wassertiere enthalten Farbstoffe, sogenannte Carotinoide. Der Vogel lagert sie in seinen Federn ein. Je mehr davon er frisst, desto kräftiger leuchtet sein Gefieder. Junge Rosalöffler sind noch fast weiss und werden erst nach etwa drei Jahren richtig rosa.
So frisst der Rosalöffler
Rosalöffler suchen ihre Nahrung im seichten Wasser. Sie waten langsam vorwärts und schwenken den leicht geöffneten Schnabel im Schlamm von einer Seite zur anderen. Spüren sie ein Beutetier, schnappt der Schnabel blitzschnell zu. Auf diese Weise fangen sie kleine Fische, Krebse, Insekten und Schnecken. Oft fressen sie in Gruppen, zusammen mit Reihern, Störchen und Ibissen.
Wo Sie Rosalöffler in Costa Rica sehen
Rosalöffler leben in Feuchtgebieten, Lagunen, Flussmündungen und Mangroven. Die besten Orte sind:
- Nationalpark Palo Verde in Guanacaste: eines der wichtigsten Feuchtgebiete Mittelamerikas. Auf einer Bootstour auf dem Río Tempisque sehen Sie Rosalöffler, Störche, Reiher und Spitzkrokodile.
- Caño Negro im Norden nahe der Grenze zu Nicaragua: Lagunen und Flussarme mit unzähligen Wasservögeln und Kaimanen.
- Río Tárcoles an der zentralen Pazifikküste: An der Flussmündung und in den Mangroven sind Rosalöffler auf Bootstouren regelmässig zu sehen.
- Golf von Nicoya: in den Mangroven rund um die Inseln und Flussmündungen.
Die beste Zeit ist die Trockenzeit von Dezember bis April. Dann trocknen viele Gewässer aus, und die Vögel sammeln sich an den verbliebenen Lagunen.
Tipps für die Beobachtung
Wasservögel sehen Sie am besten vom Boot aus – sie sind an Boote gewöhnt und lassen sie näher heran als Spaziergänger*innen. Morgens und am späten Nachmittag ist das Licht am schönsten und die Vögel sind am aktivsten. Ein Teleobjektiv oder ein gutes Fernglas lohnt sich. Bitte halten Sie Abstand zu Brutkolonien und verzichten Sie auf laute Geräusche.


