Kurz gesagt: Der Grosse Soldatenara, in Costa Rica «Lapa verde» genannt, lebt nur noch im nördlichen Karibik-Tiefland. Er ist auf den Almendro-Baum angewiesen und gilt als vom Aussterben bedroht. Gute Chancen haben Sie in Sarapiquí und bei Boca Tapada nahe der Grenze zu Nicaragua.
Der Grosse Soldatenara (Ara ambiguus), auch Bechsteinara genannt, ist nach dem Hyazinth-Ara einer der grössten Papageien der Welt. Sein Gefieder ist leuchtend grün, die Stirn knallrot, die Flügel und der lange Schwanz schimmern blau und gelblich. In Costa Rica heisst er «Lapa verde», grüner Ara. Wer ihn in freier Natur erlebt, hört ihn meist zuerst: Paare und kleine Gruppen fliegen mit lauten, rauen Rufen über das Blätterdach.
Lebensweise des Grossen Soldatenaras
Grosse Soldatenaras leben in Paaren, die oft ein Leben lang zusammenbleiben. Ausserhalb der Brutzeit schliessen sie sich zu kleinen Gruppen zusammen. Ihr Leben dreht sich um einen einzigen Baum: den Almendro (Dipteryx oleifera). In den Höhlen dieser bis zu 50 Meter hohen Urwaldriesen brüten sie, und die harten Samen seiner Früchte sind ihre wichtigste Nahrung. Mit dem kräftigen Schnabel knacken sie Schalen, an denen andere Tiere scheitern. Das Weibchen legt meist zwei Eier, die Jungen bleiben mehrere Monate in der Bruthöhle.
Vom Aussterben bedroht
Früher war der Grosse Soldatenara im ganzen Karibik-Tiefland verbreitet. Durch Abholzung, vor allem der wertvollen Almendro-Bäume, und den illegalen Handel mit Jungvögeln ist der Bestand stark geschrumpft. Heute leben in Costa Rica und im angrenzenden Nicaragua nur noch wenige hundert Tiere. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als vom Aussterben bedroht ein. Costa Rica hat das Fällen von Almendro-Bäumen verboten und mit dem Schutzgebiet Maquenque einen wichtigen Rückzugsraum geschaffen. Zuchtprojekte wildern Vögel an der südlichen Karibikküste bei Manzanillo wieder aus.
Wo Sie den Grossen Soldatenara in Costa Rica sehen
Die besten Chancen haben Sie im nördlichen Karibik-Tiefland: in der Region Sarapiquí, rund um Boca Tapada im Kanton San Carlos und im Maquenque-Schutzgebiet. Mehrere Lodges dort haben Futterbäume und Beobachtungstürme, von denen Sie die Aras auf Augenhöhe sehen. Von Dezember bis April, wenn die Almendros Früchte tragen, sind die Vögel besonders aktiv. Auch an der südlichen Karibikküste bei Cahuita und Manzanillo fliegen wieder einzelne Paare.
Grosser Soldatenara und Roter Ara
Costa Rica hat zwei Ara-Arten. Der Rote Ara lebt an der Pazifikküste, vor allem im Carara- und im Corcovado-Nationalpark, und ist leicht an seinem roten, gelben und blauen Gefieder zu erkennen. Der Grosse Soldatenara ist überwiegend grün und lebt auf der Karibikseite. Wer beide Arten sehen möchte, kombiniert auf einer Rundreise die Karibik-Tiefebene mit der Pazifikküste.
Tipps für die Beobachtung
Aras sind am frühen Morgen am aktivsten, wenn sie von den Schlafbäumen zu den Futterplätzen fliegen. Ein Fernglas ist hilfreich, ein lokaler Guide kennt die Bäume, an denen die Paare fressen. Bitte füttern Sie die Vögel nie und kaufen Sie keine Papageien oder Federn – jeder Kauf fördert den Wildfang.

