Kurz gesagt: Der Montezumastirnvogel, in Costa Rica «Oropéndola» genannt, lebt in Kolonien und webt bis zu einem Meter lange Hängenester. Er ist auf der Karibikseite und im nördlichen Tiefland häufig, etwa in Tortuguero, Sarapiquí und am Arenal.
Der Montezumastirnvogel (Psarocolius montezuma) ist einer der eindrücklichsten Vögel des Karibik-Regenwalds. Das Männchen ist fast so gross wie eine Krähe, kastanienbraun mit schwarzem Kopf, einem nackten, bläulich-weissen Wangenfleck und einem Schnabel mit orangeroter Spitze. Fliegt er auf, leuchten die gelben äusseren Schwanzfedern. In Costa Rica heisst er «Oropéndola». Der Vogel gehört zur Familie der Stärlinge und ist mit den Trupialen verwandt.
Kolonien mit hängenden Nestern
Am bekanntesten sind die Nester der Oropéndolas. Die Weibchen weben aus Pflanzenfasern beutelförmige Nester, die meist 60 Zentimeter bis über einen Meter lang werden und an den Spitzen langer Äste hängen. Eine Kolonie kann aus Dutzenden Nestern bestehen, oft in einem einzeln stehenden, hohen Baum. So sind die Jungen vor Affen, Schlangen und anderen Nesträubern geschützt. Ein dominantes Männchen bewacht die Kolonie und paart sich mit den meisten Weibchen.
Der Gesang: ein gurgelnder Wasserfall
Wer den Montezumastirnvogel einmal gehört hat, vergisst ihn nicht. Das Männchen kippt beim Singen nach vorne, bis es fast kopfüber am Ast hängt, spreizt die Flügel und lässt einen gurgelnden, flüssigen Ruf erklingen, der an Wasser erinnert, das aus einer Flasche gluckert. Dazu kommen laute, krächzende Rufe. Am frühen Morgen gehört dieses Konzert zu den typischen Klängen der Karibikseite.
Wo Sie die Oropéndola in Costa Rica sehen
Der Montezumastirnvogel ist im Tiefland der Karibikseite und im Norden des Landes häufig. Sehr gute Orte sind die Kanäle von Tortuguero, die Region Sarapiquí, die Umgebung des Vulkans Arenal und die Karibikküste bei Cahuita. Viele Lodges legen Bananen und Papayas auf Futterplätze – dort sehen Sie die Vögel aus nächster Nähe, oft zusammen mit Tukanen und Tangaren. Die Kolonien mit ihren Hängenestern entdecken Sie häufig an Waldrändern, auf Weiden und entlang von Strassen.
Nahrung
Oropéndolas fressen vor allem Früchte und Nektar, etwa von Bananen, Feigen und den Blüten des Balsabaums. Dazu kommen Insekten, Frösche und kleine Eidechsen. Mit dem kräftigen, spitzen Schnabel öffnen sie Früchte und stochern in Rinde und Blattbüscheln. Als Fruchtfresser verbreiten sie viele Samen und helfen so dem Regenwald, sich zu erneuern.


