Kurz gesagt: Der Jocote (Spondias purpurea) ist eine einheimische Frucht Mittelamerikas, ähnlich einer kleinen Pflaume. Reif ist er rot, gelb oder violett und süss-säuerlich. In Costa Rica isst man Jocotes auch grün mit Salz. Die Bäume sind verwandt mit Mango und Cashew und dienen oft als Lebendzaun.
Wenn in der Trockenzeit viele Bäume ihr Laub verloren haben, hängen an manchen Zweigen dicht gedrängt kleine, rote und gelbe Früchte: Jocotes. Für viele Costaricaner sind sie ein Stück Kindheit – man klettert auf den Baum, isst die Früchte direkt vom Ast oder kauft eine Tüte grüne Jocotes mit Salz an der Busstation. Für Reisende sind sie eine schöne Entdeckung abseits der bekannten Tropenfrüchte.
Eine einheimische Frucht
Der Jocote (Spondias purpurea), auf Deutsch Rote Mombinpflaume, stammt aus Mexiko und Mittelamerika und wurde schon von den indigenen Völkern angebaut. Der Name kommt aus der aztekischen Sprache Nahuatl. Der Baum wird fünf bis zehn Meter hoch, hat gefiederte Blätter und wirft sie in der Trockenzeit ab. Gerade dann blüht und fruchtet er – die kleinen Früchte sitzen oft direkt an den kahlen Ästen. Botanisch gehört der Jocote zu den Sumachgewächsen und ist damit verwandt mit Mango und Cashew.
Lebende Zäune
Jocote-Bäume haben eine praktische Eigenschaft: Abgeschnittene Äste schlagen in der Erde leicht Wurzeln. Bauernfamilien stecken sie deshalb als Zaunpfosten in den Boden, und nach einiger Zeit wächst daraus eine Reihe lebender Bäume, an der der Stacheldraht befestigt ist. Solche «cercas vivas» sehen Sie auf dem Land überall, oft gemischt mit Weissgummibäumen, die auf die gleiche Weise gepflanzt werden.
Grün mit Salz oder reif und süss
Die Früchte sind drei bis fünf Zentimeter lang und haben einen grossen, faserigen Kern mit wenig, aber sehr aromatischem Fruchtfleisch. Reife Jocotes sind rot, gelb oder violett und schmecken süss-säuerlich, ähnlich einer Pflaume mit einem Hauch Mango. Man isst sie samt Schale und knabbert das Fleisch vom Kern. In Costa Rica sind aber auch die grünen, unreifen Früchte beliebt: knackig und sauer, mit etwas Salz bestreut. Reife Jocotes werden ausserdem in Zuckersirup gekocht und als Süssspeise gegessen.
Saison
Jocotes gibt es vor allem in der Trockenzeit, ungefähr von Januar bis Mai, je nach Region und Sorte. Dann verkaufen Händler sie in kleinen Tüten an Strassenständen, auf Wochenmärkten und an Busbahnhöfen. Die Früchte sind auch bei Tieren beliebt: Papageien, Sittiche, Affen und Nasenbären holen sich ihren Anteil – oft schon, bevor die Früchte reif sind.
Wo Sie Jocotes sehen
Vor allem in den trockeneren Regionen der Pazifikseite, in Guanacaste und im Zentraltal. In der Trockenzeit lohnt sich ein Blick in die Bäume entlang der Weiden. Andere einheimische Früchte Mittelamerikas sind der Zapote und die Pejibaye; aus Asien eingeführt wurde dagegen der Rambutan.


