Kurz gesagt: Die Maracuja (Passiflora edulis), in Costa Rica «maracuyá», ist die Frucht einer Kletterpflanze aus der Familie der Passionsblumen. Ihr gelbes, geleeartiges Fruchtfleisch mit knackigen Kernen schmeckt intensiv süss-sauer und wird vor allem als Fruchtsaft getrunken.
Kein Saft schmeckt so sehr nach Tropen wie frisch gemixte Maracuja. In Costa Rica heisst die Frucht «maracuyá», und der «fresco de maracuyá» gehört in jeder Soda und jedem Hotel zum Standard. Doch die Pflanze ist nicht nur wegen der Früchte bemerkenswert: Ihre Blüten gehören zu den kunstvollsten im ganzen Pflanzenreich.
Eine Kletterpflanze mit Wunderblüten
Die Maracuja wächst an einer kräftigen Kletterpflanze, die sich mit Ranken an Zäunen, Spalieren und Bäumen festhält – ähnlich wie die Lianen im Regenwald. Sie gehört zu den Passionsblumen, einer Gattung mit Hunderten Arten, von denen viele in Costa Rica heimisch sind. Die grossen, weiss-violetten Blüten haben einen Kranz aus feinen, gewellten Fäden. Spanische Missionare erkannten darin Symbole der Passion Christi – die Dornenkrone, die Nägel und die Wunden. Daher stammt der Name Passionsblume und Passionsfrucht. Bestäubt werden die Blüten vor allem von grossen Holzbienen.
Gelbe und violette Maracuja
Es gibt zwei Hauptformen. Die gelbe Maracuja ist grösser, hat eine glatte, gelbe Schale und schmeckt sehr sauer und intensiv – sie wird in Costa Rica vor allem für Säfte, Konzentrat und Süssspeisen angebaut. Die violette Form ist kleiner und süsser; sie ist die Frucht, die man in Europa meist im Laden findet. Reife violette Früchte haben eine leicht schrumpelige Schale. Unter der Schale steckt eine weisse Haut und darin gelbes, geleeartiges Fruchtfleisch mit vielen schwarzen, knackigen Kernen.
So geniessen Sie Maracuja
Am einfachsten halbiert man die Frucht und löffelt sie aus – die Kerne kann man mitessen. Als «fresco» wird das Fruchtfleisch mit Wasser und Zucker gemixt und durch ein Sieb gegossen. Maracuja steckt ausserdem in Glace, Joghurt, Kuchen und Saucen; zu Fisch und Meeresfrüchten passt eine Maracuja-Sauce besonders gut. Auch in Cocktails ist sie beliebt.
Granadilla und andere Verwandte
Auf Märkten sehen Sie oft auch die Granadilla mit ihrer orangen, harten Schale – sie ist süsser und milder. Seltener ist die Granadilla real oder Riesengranadilla, eine grosse, grüne Frucht. Alle gehören zur selben Gattung und haben ähnliches, geleeartiges Fruchtfleisch mit Kernen.
Wo Sie Maracuja sehen
Maracuja-Pflanzen ranken in vielen Gärten und an Zäunen von Bauernhöfen, besonders in warmen Lagen. Saft und Früchte bekommen Sie im ganzen Land. Die wilden Passionsblumen im Wald ziehen zudem Schmetterlinge an: Die Raupen der Passionsfalter fressen ausschliesslich an diesen Pflanzen. Probieren Sie auch die Guanábana – zusammen mit Maracuja der beliebteste Fruchtsaft Costa Ricas.


