Kurz gesagt: Die Papaya (Carica papaya) stammt aus Mittelamerika und wächst in Costa Rica im ganzen Tiefland. Die schnellwüchsige Pflanze trägt schon nach etwa einem Jahr Früchte. Ihr oranges Fruchtfleisch ist süss und weich. Lodges legen Papaya oft auf Futterstellen aus, wo Tukane und Tangaren sie fressen.
Auf keinem Frühstücksbuffet in Costa Rica fehlt sie: die Papaya, in orangen Schnitzen neben Ananas und Wassermelone. Doch die Papaya ist nicht nur eine Frucht für Menschen. In vielen Lodges liegen halbierte Papayas auf Futterbrettern – und innerhalb weniger Minuten tauchen bunte Vögel auf, um sich ihren Anteil zu holen. Kaum eine andere Pflanze verbindet Küche und Tierbeobachtung so schön.
Eine Pflanze aus Mittelamerika
Die Papaya (Carica papaya) stammt aus dem Gebiet zwischen Südmexiko und Mittelamerika – sie ist also in der Region zu Hause. Von hier aus brachten spanische und portugiesische Seefahrer sie in alle Tropen der Welt. Obwohl man oft vom «Papayabaum» spricht, ist sie eigentlich eine schnellwüchsige Staude mit weichem, unverholztem Stamm. Sie wird bis zu acht Meter hoch und trägt oben eine Krone aus grossen, handförmig gelappten Blättern. Die Früchte hängen direkt am Stamm unter der Krone, oft ein Dutzend und mehr gleichzeitig.
Schnell gewachsen, schnell geerntet
Die Papaya wächst erstaunlich schnell: Schon etwa ein Jahr nach der Aussaat trägt sie die ersten Früchte, danach das ganze Jahr hindurch. Es gibt männliche, weibliche und zwittrige Pflanzen; für den Anbau verwendet man vor allem zwittrige, weil sie die länglichen, gut verkäuflichen Früchte tragen. In Costa Rica wird Papaya im ganzen Tiefland angebaut, sowohl für den eigenen Markt als auch für den Export, und wächst ausserdem in fast jedem Garten.
Geschmack und Zubereitung
Reife Papayas haben eine gelb-orange Schale und weiches, lachs- bis orangerotes Fruchtfleisch. Es schmeckt süss, mild und ein wenig nach Melone. Ein Spritzer Limette hebt das Aroma. In der Mitte sitzen viele schwarze Kerne, die scharf schmecken wie Kresse – meist löffelt man sie heraus. Neben dem Frühstücksteller gibt es Papaya als «batido» mit Milch, als Fruchtsaft und in Obstsalaten. Unreife, grüne Papaya wird in manchen Ländern als Gemüse gekocht.
Papain – der natürliche Fleischzartmacher
Die Pflanze enthält einen Milchsaft mit dem Enzym Papain, das Eiweiss aufspaltet. Deshalb wird Papaya traditionell genutzt, um Fleisch zarter zu machen; Papain steckt auch in manchen Verdauungsmitteln. Wer eine grüne Frucht anschneidet, sieht den weissen Saft austreten – er kann empfindliche Haut reizen.
Papaya und Vögel
Viele Lodges und Hotels legen reife Papayas, Bananen und andere Früchte auf Futterbretter. Dort lassen sich Tukane, Tangaren, Spechte, Organisten und andere Fruchtfresser aus nächster Nähe beobachten. Auch Nasenbären und Agutis bedienen sich gerne. Für Fotograf*innen sind solche Futterstellen ein Glücksfall – oft gelingen hier die besten Vogelbilder der ganzen Reise.
Wo Sie Papaya erleben
Zum Frühstück praktisch überall, an Fruchtständen im ganzen Land und auf Märkten. Futterstellen gibt es in vielen Lodges im Tiefland, etwa in Sarapiquí, an der Karibikküste und rund um den Arenal. Weitere Früchte für Ihren Frühstücksteller sind die Mango, die Banane und die Ananas.


