Kurz gesagt: Die Pitahaya oder Drachenfrucht ist die Frucht eines kletternden Kaktus. Eine Art mit magentarotem Fruchtfleisch trägt sogar den Namen Costa Ricas (Selenicereus costaricensis). Die riesigen weissen Blüten öffnen sich nur eine Nacht. Der «fresco de pitahaya» ist einer der farbigsten Säfte des Landes.
Mit ihrer pinken Schale und den grünen, flammenartigen Schuppen sieht die Pitahaya aus wie eine Frucht aus einem Märchen. Kein Wunder, dass sie auf Englisch «Drachenfrucht» heisst. Was viele nicht wissen: Die Pitahaya ist die Frucht eines Kaktus, und eine der schönsten Arten ist in Costa Rica heimisch – sie trägt sogar den Namen des Landes.
Ein kletternder Kaktus
Pitahayas wachsen an Kakteen der Gattung Selenicereus (früher Hylocereus). Ihre langen, dreikantigen Triebe klettern mit Luftwurzeln an Bäumen, Felsen und Mauern empor, ähnlich wie die Epiphyten im Regenwald. Die Art Selenicereus costaricensis wächst wild in den trockenen Wäldern der Pazifikseite, in Guanacaste und auf der Halbinsel Nicoya. Ihre Früchte haben magentarotes Fruchtfleisch. Andere Sorten mit weissem Fleisch werden heute weltweit angebaut, vor allem in Asien.
Blüten für eine Nacht
Die Blüten der Pitahaya gehören zu den grössten aller Kakteen: bis zu 30 Zentimeter lang, weiss und intensiv duftend. Sie öffnen sich bei Einbruch der Dunkelheit und welken schon am nächsten Morgen. Bestäubt werden sie von Fledermäusen und Nachtfaltern, die vom Duft angelockt werden. Deshalb nennt man die Pflanze auch «Königin der Nacht». Wer in der Blütezeit nachts mit einer Taschenlampe durch einen Garten geht, erlebt ein kleines Naturwunder.
Geschmack und Zubereitung
Das Fruchtfleisch ist mild, leicht süss und erfrischend, mit vielen winzigen schwarzen Samen, die man mitisst – ähnlich wie bei der Kiwi. Am einfachsten halbiert man die Frucht und löffelt sie aus. In Costa Rica ist vor allem der «fresco de pitahaya» beliebt: Die rote Sorte ergibt einen leuchtend magentafarbenen Saft, der fast unwirklich aussieht. Achtung: Die Farbe färbt Kleider – und kann nach dem Genuss auch den Urin harmlos rötlich verfärben.
Anbau und Saison
In Costa Rica wird die Pitahaya vor allem in den trockeneren Regionen der Pazifikseite angebaut, an Pfosten oder lebenden Bäumen. Die Pflanze braucht wenig Wasser und blüht in der Regenzeit. Die Früchte reifen etwa von Juni bis November; in dieser Zeit sind sie auf Märkten und als Saft am häufigsten.
Wo Sie Pitahayas sehen
In Gärten und kleinen Plantagen in Guanacaste und auf der Halbinsel Nicoya, etwa auf dem Weg zu den Stränden von Sámara und Santa Teresa. Weitere Früchte mit frischem, säuerlichem Geschmack sind die Maracuja und die Guave.


