Kurz gesagt: Die Wassermelone (Citrullus lanatus), in Costa Rica «sandía», wird vor allem im heissen, trockenen Guanacaste angebaut. Sie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und ist der ideale Durstlöscher. Man isst sie frisch zum Frühstück oder trinkt sie als «fresco de sandía».
Rot, saftig und eiskalt: Auf keinem Frühstücksbuffet in Costa Rica fehlt die Wassermelone. Zusammen mit Papaya und Ananas bildet sie das typische Fruchttrio am Morgen. Am Strand und an heissen Nachmittagen ist der «fresco de sandía» – frisch gemixte Wassermelone mit Eis – der beste Durstlöscher.
Ein Kürbisgewächs aus Afrika
Die Wassermelone (Citrullus lanatus) stammt aus Afrika und wird seit Jahrtausenden angebaut. Mit den Spaniern kam sie nach Amerika. Botanisch gehört sie zu den Kürbisgewächsen wie Gurke, Kürbis und Honigmelone. Die Pflanze wächst als kriechende Ranke am Boden, mit gelben Blüten und tief gelappten Blättern. Eine einzelne Frucht kann über zehn Kilogramm wiegen. Das Fruchtfleisch besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, enthält aber auch Zucker, Vitamine und den roten Farbstoff Lycopin.
Anbau in Guanacaste
Wassermelonen lieben Sonne, Hitze und trockene Luft. Deshalb werden sie in Costa Rica vor allem in Guanacaste und an der Pazifikseite angebaut, oft in der Trockenzeit auf bewässerten Feldern. Ein Teil der Ernte geht in den Export, der grösste Teil aber auf die einheimischen Märkte. Von Januar bis April sieht man an den Strassen Guanacastes Lastwagen und Stände mit Bergen von Melonen. Neben den klassischen grossen Früchten gibt es heute auch kleine, kernarme Sorten, die gut in den Kühlschrank passen.
Wassermelone geniessen
Die einfachste Art: in Schnitze geschnitten, gut gekühlt. Für den «fresco de sandía» wird das Fruchtfleisch mit Wasser, wenig Zucker und Eis gemixt, manchmal mit einem Spritzer Limette oder ein paar Blättern Minze. In Strandbars wird Wassermelone auch zu Cocktails verarbeitet. Eine reife Frucht klingt beim Klopfen hohl, und die Stelle, auf der sie am Boden gelegen hat, ist gelblich statt weiss.
Sandía oder Melón?
Im Spanischen Costa Ricas unterscheidet man klar: Die Wassermelone heisst «sandía», die Honig- und Zuckermelonen heissen «melón». Wer im Restaurant einen «fresco de melón» bestellt, bekommt also einen hellen Saft aus Honigmelone, keinen roten aus Wassermelone.
Wo Sie Wassermelonen sehen
Auf den Feldern und an Strassenständen in Guanacaste, besonders in der Trockenzeit auf dem Weg an die Strände von Sámara, Playa Conchal und Tamarindo. Auf Frühstückstellern und als Saft finden Sie sie das ganze Jahr im ganzen Land.


