Kurz gesagt: Äpfel (Malus domestica) brauchen kühle Temperaturen und wachsen in Costa Rica nur im Hochland, etwa um Santa María de Dota und Copey in der Region Los Santos. Die meisten Äpfel werden importiert. Zu Weihnachten gehören Äpfel und Trauben traditionell auf den Tisch. Mit dem Apfel nicht verwandt ist der tropische «Wasserapfel».
Äpfel verbinden wir mit der Schweiz, nicht mit den Tropen. Trotzdem spielen sie in Costa Rica eine überraschende Rolle: Sie wachsen hoch oben in den Bergen, sie gehören zum Weihnachtsfest – und es gibt sogar tropische «Äpfel», die mit unserem Apfel gar nichts zu tun haben.
Äpfel aus dem Hochland
Der Kulturapfel (Malus domestica) stammt aus Zentralasien und braucht kühle Nächte, damit er blüht und Früchte trägt. Im warmen Tiefland Costa Ricas wächst er deshalb nicht. In den Bergen südlich von San José, in der Region Los Santos, ist es aber kühl genug: Um Santa María de Dota und Copey, auf über 1800 Metern Höhe, bauen Bauernfamilien seit Jahrzehnten Äpfel an, neben Kaffee, Avocados und Pfirsichen. Die Hochlandäpfel sind meist klein, knackig und etwas säuerlich. Sie werden auf Wochenmärkten, an Strassenständen und als Apfelwein, Saft und Konfitüre verkauft. Die Region ist auch bekannt als Heimat des Quetzals.
Äpfel und Trauben zu Weihnachten
Lange waren Äpfel in Costa Rica eine teure Importware. Deshalb wurden sie zum Symbol für das Besondere – und für Weihnachten. Bis heute stehen im Dezember in Supermärkten und auf Märkten Kisten mit roten Äpfeln und Trauben, die man verschenkt, auf den Festtisch stellt oder in den Weihnachtspunsch gibt. Der Duft von Äpfeln gehört für viele Costaricaner zum Gefühl von Weihnachten, so wie bei uns Mandarinen und Lebkuchen.
Wasserapfel und Rosenapfel
Auf tropischen Märkten begegnen Ihnen Früchte, die «Apfel» heissen, aber ganz anders sind. Die «manzana de agua», der Wasserapfel, ist eine leuchtend rote, glockenförmige Frucht mit weissem, knackig-saftigem Fleisch und mildem Geschmack. Sie wächst an einem Baum aus der Familie der Myrtengewächse, dessen pinke Blüten den Boden wie einen Teppich bedecken. Der Rosenapfel oder «manzana rosa» ist klein, gelblich und duftet tatsächlich nach Rosen. Beide stammen ursprünglich aus Asien und wachsen in Costa Rica in Gärten und an Flussufern.
Äpfel in der Küche
Äpfel isst man in Costa Rica meist frisch. In den Hochlanddörfern gibt es ausserdem Apfelkuchen, Apfelstrudel und hausgemachten Apfelwein – eine Spur Europa in den Tropen. Als «fresco» sind Äpfel dagegen kaum verbreitet; dafür gibt es zu viele tropische Früchte.
Wo Sie Apfelbäume sehen
Im Hochland von Los Santos und San Gerardo de Dota, etwa auf einer Rundreise auf der Suche nach dem Quetzal. Im Frühjahr blühen dort die Apfelbäume, die Ernte liegt in der Regel zwischen Mitte und Ende des Jahres. Weitere Früchte aus den kühlen Bergen sind Mandarinen und Pfirsiche.


