Kurz gesagt: Die Guave (Psidium guajava), in Costa Rica «guayaba», stammt aus dem tropischen Amerika und wächst wild auf Weiden und in Gärten. Ihr rosa oder weisses Fruchtfleisch duftet intensiv und ist reich an Vitamin C. Aus ihr wird Guavenpaste gemacht. Ihr saurer Verwandter, der Cas, ergibt den typischen «fresco de cas».
Die Guave ist eine der häufigsten Früchte Costa Ricas – und eine der unterschätztesten. Ihre Bäume wachsen wild auf Weiden, an Waldrändern und in Gärten, und reife Früchte verraten sich schon von Weitem durch ihren intensiven, süssen Duft. Noch beliebter als die Guave selbst ist in Costa Rica aber ihr saurer Verwandter: der Cas.
Eine Frucht aus dem tropischen Amerika
Die Guave (Psidium guajava) stammt aus dem tropischen Amerika und gehört zu den Myrtengewächsen, wie Eukalyptus, Gewürznelke und der «Wasserapfel» (siehe Apfel). Der kleine Baum hat eine glatte, sich in Platten ablösende, kupferfarbene Rinde und grosse, deutlich geäderte Blätter. Vögel und Fledermäuse fressen die Früchte und verbreiten die Samen, deshalb wächst die Guave vielerorts von selbst – oft auf Weiden, wo Kühe die heruntergefallenen Früchte fressen.
Aussehen und Geschmack
Die runden bis birnenförmigen Früchte sind fünf bis zehn Zentimeter gross. Die Schale ist grün und wird beim Reifen gelblich. Das Fruchtfleisch ist je nach Sorte weiss oder rosa, mit vielen kleinen, harten Kernen in der Mitte. Reife Guaven sind weich, süss und sehr aromatisch, mit einem Geschmack zwischen Birne und Erdbeere. Sie enthalten mehr Vitamin C als Orangen. Man isst sie samt Schale oder verarbeitet sie zu Saft, Konfitüre und Glace.
Guavenpaste
Eine Spezialität Lateinamerikas ist die «pasta de guayaba»: Guaven werden mit Zucker eingekocht, bis eine feste, schnittfähige Paste entsteht. In Costa Rica isst man sie in Scheiben mit Weisskäse, als Füllung für Gebäck wie die «empanadas de guayaba» oder auf Brot. Sie hält lange und ist ein schönes Mitbringsel.
Der Cas – Costa Ricas Lieblingssaft
Ein naher Verwandter der Guave ist der Cas (Psidium friedrichsthalianum), eine kleine, gelbgrüne Frucht aus Mittelamerika. Roh ist er so sauer, dass man ihn kaum essen kann. Mit Wasser, Zucker und Eis gemixt ergibt er aber den «fresco de cas», einen der beliebtesten Säfte Costa Ricas: erfrischend säuerlich, leicht herb und unverwechselbar. Probieren Sie ihn unbedingt in einer Soda – viele Costaricaner halten ihn für den besten Fresco überhaupt.
Wo Sie Guaven sehen
Fast überall im Land: auf Weiden, an Strassenrändern und in Gärten, vom Tiefland bis in mittlere Höhen. Reife Früchte finden Sie auf Wochenmärkten, Cas vor allem als Saft. Weitere säuerlich-frische Früchte sind die Maracuja und die Pitahaya.


