Kurz gesagt: Die Avocado (Persea americana), in Costa Rica «aguacate», stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Sie wächst vom Tiefland bis ins Hochland, etwa in der Kaffeeregion Los Santos. Man isst sie zu Reis und Bohnen, als Guacamole oder einfach mit Salz. Ihre wilden Verwandten sind die Lieblingsnahrung des Quetzals.
In Costa Rica gehört die Avocado auf den Tisch wie Reis und Bohnen. Auf dem Mittagsteller liegt sie in dicken Scheiben neben dem Casado, zum Frühstück neben dem Gallo Pinto, und zu knusprigen Patacones gibt es fast immer eine Schale Guacamole. Kein Wunder: Die Avocado ist in Mittelamerika zu Hause und wird hier seit Jahrtausenden gegessen.
Eine Frucht aus Mittelamerika
Die Avocado (Persea americana) stammt aus dem Gebiet zwischen Mexiko und Mittelamerika. Schon die Maya und Azteken kannten sie; der spanische Name «aguacate» kommt aus der aztekischen Sprache Nahuatl. Botanisch gehört sie zu den Lorbeergewächsen. Der immergrüne Baum wird bis zu 20 Meter hoch und trägt birnen- bis eiförmige Früchte mit einem grossen Kern. In Costa Rica wachsen Avocados vom heissen Tiefland bis ins kühle Hochland. Neben grossen, glatten Landsorten wird in höheren Lagen, etwa in der Kaffeeregion Los Santos südlich von San José, die bekannte dunkle Sorte mit rauer Schale angebaut.
Avocado in der Küche Costa Ricas
Die Avocado wird in Costa Rica meist schlicht gegessen: halbiert, mit Salz und einem Spritzer Limette, oder in Scheiben zu Reis und Bohnen. Zur Guacamole kommen Zwiebeln, Koriander, Tomaten und etwas Chili. Avocado steckt auch in Salaten, auf Tostadas und in Suppen, wo sie erst am Tisch in die heisse Brühe gegeben wird. Ein reifer «aguacate» gibt auf leichten Druck nach; grüne Sorten bleiben auch reif grün, dunkle Sorten werden fast schwarz. Unreife Früchte reifen bei Zimmertemperatur in wenigen Tagen nach.
Die Avocado und der Quetzal
Für Naturfreund*innen hat die Avocado eine besondere Bedeutung. Der Quetzal, einer der schönsten Vögel Amerikas, ernährt sich in den Bergwäldern vor allem von kleinen, wilden Früchten aus der Familie der Lorbeergewächse – den «aguacatillos», also «kleinen Avocados». Der Vogel schluckt sie ganz und würgt den Kern später wieder aus. So verbreitet er die Bäume im ganzen Wald. Wo die wilden Avocadobäume Früchte tragen, ist die Chance am grössten, einen Quetzal zu sehen – etwa im Hochland von San Gerardo de Dota oder in Monteverde.
Saison und Einkauf
Weil Avocados in verschiedenen Höhenlagen wachsen, gibt es sie fast das ganze Jahr. Auf Wochenmärkten («ferias del agricultor») werden sie oft nach Reifegrad sortiert verkauft: für heute, für morgen, für übermorgen. Fragen Sie einfach «¿para hoy?». In der Schweiz sind Avocados aus Mittelamerika selten – sie werden meist aus anderen Anbauländern importiert.
Wo Sie Avocados sehen
Avocadobäume stehen in vielen Gärten und auf Bauernhöfen, besonders in mittleren und höheren Lagen. Eine Fahrt durch die Kaffee- und Obstregion Los Santos zeigt Hänge mit Kaffee und Avocado nebeneinander. Weitere Früchte, die in Costa Rica zu jedem Essen passen, sind die Limette und die Kochbanane.


