Kurz gesagt: Die Guanábana (Annona muricata), auf Deutsch Sauersack oder Stachelannone, ist eine grosse, grüne Frucht mit weichen Stacheln. Ihr weisses, saftig-säuerliches Fruchtfleisch wird in Costa Rica vor allem als Fruchtsaft und Milchshake getrunken. Die schwarzen Samen sind giftig.
Wer in Costa Rica frühstückt, bekommt früher oder später einen Saft aus Guanábana serviert – und will danach meist keinen anderen mehr. Die grosse, grüne Frucht mit den weichen Stacheln heisst auf Deutsch Sauersack oder Stachelannone. Sie wächst an einem kleinen, immergrünen Baum, der in vielen Gärten im ganzen Tiefland steht. Auf Märkten und an Fruchtständen am Strassenrand liegen die Früchte oft in Stapeln, und in fast jeder «Soda», dem einfachen Landesrestaurant, steht Guanábana auf der Getränkekarte.
Eine Frucht wie eine grüne Igelkugel
Die Guanábana ist eine der grössten Früchte, die Sie in Costa Rica sehen werden. Sie wird bis zu 30 Zentimeter lang und meist ein bis drei Kilogramm schwer, einzelne Früchte sogar deutlich mehr. Die dunkelgrüne Schale ist mit kurzen, weichen Stacheln besetzt, die nicht stechen. Reife Früchte geben auf Druck leicht nach und werden etwas heller. Im Inneren steckt weisses, saftiges Fruchtfleisch in vielen faserigen Segmenten, in denen glänzend schwarze Samen sitzen. Der Baum blüht und trägt im warmen Klima fast das ganze Jahr, oft hängen Blüten und Früchte gleichzeitig an den Zweigen.
Geschmack: Erdbeere, Ananas und ein Hauch Zitrone
Der Geschmack ist schwer zu beschreiben: süss und gleichzeitig angenehm säuerlich, mit Noten von Erdbeere, Ananas und Zitrusfrüchten und einer cremigen, leicht faserigen Konsistenz. Deshalb eignet sich Guanábana sehr gut für Getränke. Als «fresco» wird das Fruchtfleisch mit Wasser, etwas Zucker und Eis gemixt, als «batido» mit Milch. Ausserdem gibt es Guanábana-Glace, Sorbets und Süssspeisen. Wer eine reife Frucht kauft, kann sie mit den Händen aufbrechen und das Fruchtfleisch direkt auslöffeln.
Vorsicht bei den Samen
Die schwarzen Samen enthalten Nervengifte und sollten nicht gegessen oder zerkaut werden. Beim Auslöffeln spuckt man sie einfach aus; in Säften sind sie bereits entfernt. Im Internet wird Guanábana und Tee aus ihren Blättern oft als Wundermittel gegen Krebs angepriesen. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg – geniessen Sie die Frucht einfach als das, was sie ist: eine der besten Früchte der Tropen.
Verwandte Früchte
Die Guanábana gehört zu den Annonengewächsen. Verwandte wie die Rahmapfel-Arten («anona») und die Cherimoya aus den Anden haben ebenfalls cremiges, weisses Fruchtfleisch. In Costa Rica sieht man sie seltener, aber auf Märkten in San José und im Zentraltal finden Sie oft mehrere Sorten nebeneinander.
Wo Sie Guanábana probieren
Praktisch überall: zum Frühstück im Hotel, als Saft in einer Soda, auf dem Zentralmarkt in San José oder an Fruchtständen entlang der Strassen ins Tiefland. Besonders oft wächst der Baum in den warmen Regionen an der Karibikküste und im Süden. Auf einer Plantagenführung oder in einem botanischen Garten sehen Sie die Früchte direkt am Baum – zusammen mit anderen tropischen Früchten wie Rambutan, Maracuja und Ananas.

