Kurz gesagt: Orangen (Citrus × sinensis), in Costa Rica «naranjas», wachsen im ganzen Land, die grossen Plantagen liegen im nördlichen Tiefland. Weil die Nächte warm sind, bleibt die Schale oft grün, obwohl die Früchte reif und süss sind. Am Strassenrand werden Orangen geschält und halbiert verkauft.
Wer in Costa Rica zum ersten Mal eine Orange kauft, wundert sich oft: Sie ist grün. Doch keine Sorge – die Frucht ist reif und süss. In den Tropen fehlen die kühlen Nächte, die bei uns die Schale orange färben. An Strassenständen werden die Orangen ausserdem auf eine Art verkauft, die man in Europa kaum kennt: frisch geschält und zum Ausdrücken bereit.
Warum Orangen grün bleiben
Die Orange (Citrus × sinensis) stammt aus Südostasien und China. Ihre Schale enthält zunächst viel grünes Chlorophyll. Erst wenn die Nächte kühl werden, baut die Frucht das Grün ab, und die orangen Farbstoffe kommen zum Vorschein. In Costa Rica ist es auch nachts warm. Deshalb bleiben viele Orangen grün oder grün-gelb gefleckt, obwohl das Fruchtfleisch längst reif ist. Im Hochland, wo die Nächte kühler sind, färben sie sich eher orange. Die Farbe sagt also nichts über die Süsse aus.
Orangen aus dem Norden
Die grossen Orangenplantagen Costa Ricas liegen im nördlichen Tiefland, nahe der Grenze zu Nicaragua. Ein grosser Teil der Ernte wird zu Saft und Konzentrat verarbeitet und exportiert. Daneben stehen Orangenbäume in fast jedem Garten und auf Kaffeefarmen im Zentraltal, wo sie früher auch als Schattenbäume dienten. Neben der gewöhnlichen Orange gibt es die Bitterorange («naranja agria»), die zum Marinieren von Fleisch verwendet wird.
Orangen vom Strassenstand
Ein typisches Bild: Am Strassenrand oder an Busbahnhöfen steht ein Händler mit einer kleinen Kurbelmaschine, die die äussere, farbige Schale dünn abschält. Die weisse Haut bleibt dran. Dann schneidet er oben einen Deckel ab und reicht die Orange weiter. Man drückt die Frucht zusammen und trinkt den Saft direkt aus der Öffnung – erfrischend und sauber, ohne klebrige Finger. Manche geben eine Prise Salz dazu.
Orangensaft und mehr
Zum Frühstück gehört in Costa Rica frisch gepresster Orangensaft («jugo de naranja»), oft gemischt mit Ananas oder Karotte. Orangen kommen ausserdem in Fruchtsalate und Kuchen, und die Schale wird kandiert. Wer die Wahl hat, sollte den Saft ohne Zucker bestellen («sin azúcar») – die Früchte sind süss genug.
Wo Sie Orangen sehen
Auf der Fahrt durch das nördliche Tiefland Richtung Arenal und zum Río Celeste kommen Sie an weitläufigen Plantagen vorbei. Orangen vom Strassenstand bekommen Sie im ganzen Land. Verwandte Früchte sind die Mandarine und die Limette.


